Whistleblower: Die modernen Märtyrer Mittwoch, 28. Juli 2010




Obama versprach bei Amtsantritt komplette Transparenz, nichts soll in der neuen Regierung verborgen bleiben. Ein Jahr später ist davon nichts mehr übrig. Im Gegenteil: Obama kritisierte die neue Wikileaks-Attacke aufs Schärfste. Oder anders gesagt: Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte für das Veröffentlichen der 100'000 Dokumente verhaftet werden. Der Infokrieg ist lanciert: Nun soll es eine globale Internetzensur geben. „Cyber-Sicherheit“ ist das neue Schlagwort der Elite im Kampf gegen die Wahrheitsbewegung. Die neueste Wikileaks-Enthüllungen könnten den Forderungen von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon neuen Auftritt verleihen, der vor einem Jahr ein zensuriertes Internet forderte. Fast gleichzeitig wurde auch Mister Transparenz, Obama, aktiv und heuerte mit Cass Sunstein einen radikalen Infokrieger an, der 2008 mit seiner Arbeit „Conspiracy Theories“ quasi seine Bewerbungsarbeit abgab. Darin geht es vor allem darum, wie die US-Regierung gegen Verschwörungstheorien vorgehen kann. Das wollen sie, in dem sie die alternativen Medien unterwandern und sie als gefährliche Extremisten-Gruppen hinstellen, welche die Sicherheit aller bedroht – um sie schliesslich zu verbieten.
Als „alarmierend gefährlich“ bezeichnete Robert Gibbs, der Sprecher des Weissen Hauses, die Veröffentlichungen der rund 100'000 Wikileaks-Dokumente. So hat das Weisse Haus Julian Assange vorgeworfen, mit den Dokumenten die nationale Sicherheit der USA zu gefährden. Bucklig und kopfnickend, tat dies auch Angela Merkel. Wir repetieren: Das Töten von Zivilisten ist erlaubt, darüber zu berichten allerdings nicht.
Spätestens bei dieser Erkenntnis müssten Konzernjournalisten an die Decke springen und sich fragen: „Das ist ja Zensur! Bekommen wir nur gefiltertes Nachrichtenmaterial aus den Krisengebieten geschickt?“ Natürlich! Schon der amerikanische Senator Hiram Johnson meinte 1917: „Das erste Opfer des Krieg es ist die Wahrheit.“ Das ist heute nicht anders als damals. Allerdings ist die Medienvielfalt viel grösser als damals – und das ist die grosse Gefahr für die Elite.
Gemäss Robert Gibbs sei Barack Obama über die Veröffentlichung sehr besorgt und drohte Konsequenzen an. Ausgerechnet Obama, der im Januar 2009 „noch volle Transparenz versprach, verfolgt Insider, die Missstände ausplaudern, viel härter als sein Vorgänger Bush“, schrieb der Spiegel nach der Veröffentlichung des berühmten Irak-Videos, das Wikileaks im April veröffentlichte.
Obama zeigt sich immer mehr als Totengräber der freien Meinungsäusserung. Nicht nur, was die Nachrichtensperre von der Ölpest betrifft, sondern auch bei der Forderung nach einer globalen Internet-Zensur. Wie „Computer Weekly“ berichtet hat, fordern die USA, Grossbritannien, Russland und China eine weltweite Internet-Zensur. Der Infokrieg ist im vollem Gang. Dabei werden Whistleblower eine starke Rolle spielen, denn sie werden im neuen Krieg zu Märtyrern.
Nach dem Krieg gegen den Terrorismus kommt nun der Krieg gegen die Information, unter dem Deckmantel der „Cyber-Sicherheit“. Cass Sunstein, Obamas angeheuerter Infokrieger, will sämtliche Internetseiten, die nicht die offizielle 9/11-Version vertreten, aus dem Internet als gefährliche Gruppierung einstufen lassen.
Gut möglich, dass die Wikileaks-Veröffentlichung den Stein Richtung Internet-Zensur ins Rollen gebracht hat. Vielleicht ist uns also auch uns in Zukunft nur noch erlaubt, über Miss Schweiz-Auftritte und Fussballer-Bettgeschichten zu schreiben.
Sehen Sie dazu folgende zwei Beiträge. Besonders der zweite Beitrag von „Russian Today“ zeigt, wie die Obama-Regierung noch Transparenz versprach.
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