Wer Urs Fischer am Stammtisch gegenüber sitzt, vermutet in ihm wohl eher einen Serienmörder, als den filigranen Künstler, der hinter der grobschlächtigen Gestalt des Zürchers steckt. Iwan Schumacher hat dem Künstler auf die Finger und in die Seele geschaut.
Tattoos am ganzen Körper, ein speckiger Nacken, eine, äh, nennen wir es rustikale Ausdrucksweise – Urs Fischer ist die Antithese zum Yuppie-Pack, das sich derzeit auf Kunstmessen um den Globus auf die spitzen Krokodillederschuhe trampt. Vielleicht genau darum ist der Künstler ein Phänomen. Er modelliert bizarre Giga-Skulpturen, kann mit Grafikprogrammen genauso umgehen, wie mit dem Pinsel und der Handsäge. Und er stellt von Rio bis New York aus. Der Film über ihn, der seit Donnerstag in den Kinos lauft, zeigt auf liebevolle Weise, von was für Menschen Kunst eben auch kommen kann.