Samstag, 20. Dezember 2014

Ulrike Meinhof – Die Radikale

Donnerstag, 8. Mai 2014

Was genau heute vor 38 Jahren im Gefängnis Stammheim geschah, weiss niemand genau: Ob sich RAF-Terroristin Ulrike Meinhof wirklich umbrachte, wie die offizielle Version lautet oder doch umgebracht wurde, wird immer noch diskutiert. Es herrscht viel Unklarheit über das Ableben der Meinhof, sogar was den Todeszeitpunkt betrifft. Die Berufsradikale wurde nur 42 Jahre alt.

Mit sechs Jahren verlor Ulrike Meinhof ihren Vater, neun Jahre später starb auch ihre Mutter, und sie wuchs unter der Vormundschaft der Historikerin Renate Riemeck auf. Diese, nur 14 Jahre älter als Ulrike, setzte die christliche und antifaschistische Erziehung fort. Zunächst in der evangelischen Jugendarbeit aktiv, engagierte sich die Studentin ab 1958 im SDS, 1959 trat sie der illegalen KPD bei. Sie kämpfte gegen die atomare Aufrüstung, gegen den Springer-Verlag und natürlich gegen das militärische Engagement der USA in Vietnam. Ihre Kolumnen, die von 1959 bis 1969 in der „konkret“ erschienen, deren Chefredakteurin sie seit 1960 war, sind ein Beispiel von entschiedenem Journalismus und in der stickigen Luft von Adenauer und Großer Koalition meinungsbildend für Linke und Liberale.

Je radikaler sie wurde, desto unerträglicher erschien ihr der Widerspruch zwischen politischem Kampf und ihrem privaten Leben. Sie verliess ihren Mann Klaus Rainer Röhl, den sie 1961 geheiratet hatte, und zieht mit ihren Zwillingen 1968 nach Berlin. Nur knapp 3 Jahre später war sie die meistgesuchte Frau der Bundesrepublik.

Sie ging in den Untergrund, wo sie den bewaffneten Kampf propagierte und die Rote Armee Fraktion mitbegründete. Im Untergrund war Ulrike Meinhof an mehreren Banküberfällen und 1972 an insgesamt fünf Bombenanschlägen beteiligt, bei denen vier Menschen starben und über 50 verletzt wurden. Meinhof formulierte 1971 und 1972 insgesamt drei Kampfschriften der RAF, die den sogenannten „bewaffneten Kampf“ ideologisch untermauerten. Verletzte und Tote waren zunächst nicht beabsichtigt, später kalkuliert. Die Solidarität der Linken, „der Schwätzer, für die sich der antiimperialistische Kampf beim Kaffeekränzchen abspielt“ (U.M.), bröckelte. Im Juni 1972 wurden alle Gründungsmitglieder verhaftet.

Eine qualvolle Zeit in einem toten Gefängnistrakt begann für Ulrike Meinhof. Den Kontakt zu ihren Kindern brach sie plötzlich ab. Das Verhältnis zu den anderen Gruppenmitgliedern verschlechterte sich. 1975 sagt sie vor dem Stammheimer Gericht: „Es gibt in der Isolation exakt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bringen einen Gefangenen zum Schweigen, das heisst er stirbt daran, oder Sie bringen ihn zum Reden.“ Ulrike Meinhof brachte die Haft um. In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1976 setzt sie ihrem Leben in ihrer Zelle in Stammheim ein Ende.

Eine unabhängige internationale Untersuchungskommission und Mitglieder der RAF bezweifelten, dass sich Ulrike Meinhof selbst getötet habe. Die Todesnachricht führte zu zahlreichen, teilweise gewalttätigen Demonstrationen inner- und außerhalb der Bundesrepublik und zu Anschlägen auf deutsche Einrichtungen in anderen Ländern. Am 7. April 1977 erschoss das „Kommando Ulrike Meinhof“ der RAF den Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine Begleiter.

Da sich viele Gemeinden in Deutschland weigerten, eine Grabstelle zur Verfügung zu stellen, und sich lediglich die Gemeinde des Dreifaltigkeitsfriedhofes in Berlin-Mariendorf zur Bestattung bereit erklärte, wurde Ulrike Meinhof dort am 15. Mai 1976 beigesetzt. Die Beisetzung gestaltete sich zu einer Demonstration von etwa 4000 Menschen. Der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer, der mit Rudi Dutschke befreundet und der Seelsorger von Ulrike Meinhof war, hielt die Trauerrede.

Im Herbst 2002 erfuhr ihre Tochter, die Journalistin Bettina Röhl, dass das Gehirn ihrer Mutter nicht mit Meinhof beerdigt worden war. Stattdessen war das Gehirn jahrzehntelang in Formalin aufbewahrt worden, und wurde erneut in einer Klinik in Magdeburg untersucht. Den Professoren wurde daraufhin von einer Ethik-Kommission untersagt, weiter an dem Gehirn zu forschen oder ihre bisherigen Forschungen zu veröffentlichen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart forderte das Gehirn von den Professoren zurück, liess es einäschern und die Asche den Angehörigen übergeben. Am 22. Dezember 2002 wurde diese ebenfalls auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof beigesetzt.









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Samstag, 20. Dezember 2014

bobby darin


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Freitag, 19. Dezember 2014

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