US Veteranen: 6'000 Selbstmorde im Jahr! Samstag, 12. November 2011




Für die meisten Soldaten beginnt der wahre Krieg erst, wenn sie wieder zuhause sind. Mehr als 6'000 US Veteranen brachten sich letztes Jahr um. Besonders hoch ist die Selbstmordrate bei den Veteranen, die in Afghanistan oder im Irak eingesetzt worden waren. Während in den beiden Kriegen letztes Jahr „nur“ 253 Amerikaner fielen, unternahmen in der selben Zeit 2'000 ehemalige Soldaten einen Selbstmordversuch.Der grösste Feind des amerikanischen Soldaten sind weder Taliban noch Al-Kaida Terroristen, sondern sie selbst. Es sterben deutlich mehr Soldaten nach dem Krieg als im Krieg. Und meistens ist der Mörder das eigene Spiegelbild.
Gemäss Veterans Affairs Department (VA) leben momentan 23 Millionen ehemalige US-Soldaten in Amerika. Monatlich versuchen 950 Veteranen, die medizinisch vom VA betreut werden, sich umzubringen, das sind mehr als 30 Selbstmordversuche am Tag. Insgesamt sterben 18 Veteranen jeden Tag, berichtet die „Army Times“. Frauen würden zwar mehr Selbstmordversuche unternehmen, Männer seien damit aber erfolgreicher, weil sie meist Schusswaffen benutzen, während Frauen eher zu anderen Mitteln greifen. Besonders hoch ist die Selbstmordrate bei den Veteranen, die in Afghanistan oder im Irak eingesetzt worden waren.
Dass der eigentliche Krieg erst zuhause beginnt, haben auch die 200'000 inhaftierten Veteranen gemerkt, die das Leben nach dem Krieg nicht mehr auf die Reihe gekriegt haben und auf der schiefen Bahn im Gefängnis landeten. Die meisten sitzen wegen Drogenproblemen, einer Folge des Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD). Fast 20 Prozent der US-Soldaten, die nach Einsätzen im Irak oder in Afghanistan aus dem Militärdienst ausgeschieden sind, leiden, so eine Studie, unter Depressionen oder Posttraumatischem Belastungsstörungen (PTSD). Wenn man leichtere Störungen einbezieht, würde die Zahl auf 26 Prozent ansteigen. US-Veteranen, die sich nicht umbringen oder im Gefängnis landen, enden oft als Penner auf der Strasse. 2007 waren 150’000 Veteranen obdachlos.
Dass es sich dabei meist um junge Menschen handelt, die ihre Unschuld für immer verloren haben, macht dabei besonders traurig. Und noch viel mehr, weil nicht nur im fernen Amerika traumatisierte Jugendliche aus dem Krieg heimkehren, sondern auch bei unserem Nachbarn Deutschland. Wie heftig die Auswirkungen auf die Gesellschaft sein werden, wird man erst in den nächsten Jahren sehen können.
Gezeichnet für's Leben - Deutsche Soldaten nach Auslandseinsätzen
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