US-Politiker fordert: Todestrafe für Whistleblower!
Donnerstag, 5. August 2010
Mike Rogers, ein US-Abgeordneter fordert ganz unnett, dass der mutmassliche Wikileaks-Whistleblower Bradley Manning nach dem Schuldspruch exekutiert werden soll. Weil sich Amerika im Krieg befinde, habe der 22-jährige Soldat Hochverrat begangen und gehöre daher erschossen. Bradley Manning wird verdächtigt, Wikileaks über 90'000 zum Teil geheime Dokumente zugespielt zu haben.
Seit der Veröffentlichung der rund 90'000 Wikileaks-Dokumente wollen amerikanische Politiker nicht bloss die globale Kontrolle des Internets, sondern auch eine Zensur, in dem unpässliche Websites einfach verschwinden sollen. Hohe Militärs und Politiker fordern durchs Band härteste Konsequenzen für Wikileaks und ihre Informanten.
Im Visier dabei vor allem der 22-jährige US-Soldat Bradley Manning, der verdächtigt wird, Wikileaks die Daten zugespielt zu haben. Wikileaks hingegen hält sich bedeckt über ihre Quellen. Verpfiffen wurde der mutmassliche Whistleblower von einem Hackerkolleg. Bradley Manning drohen nun bis zu 52 Jahre Haft.
Doch das ist Mike Rogers nicht genug. Der republikanische Abgeordnete Mike Rogers, der auch Mitglied im Geheimdienstausschuss des US-Kongresses ist, sagte in einem Interview mit dem Radiosender „WHMI“, dass sich Manning wegen Hochverrats in Kriegszeiten schuldig gemacht hat. Wenn er für schuldig befunden wird, sollte man den US-Soldaten exekutieren, findet Mike Rogers.
Manning sitzt derzeit in Einzelhaft in einem Militärgefängnis im US-Bundesstaat Virginia, wo er auf seine Anklage wartet. Neben der Veröffentlichung der Afghanistan-Akten, wird ihm auch vorgeworfen, an der Veröffentlichung der sogenannten „Collateral Murder“-Videos beteiligt gewesen zu sein, die im April von Wikileaks veröffentlicht wurden. Sie erinnern sich: Im Videos wurden irakische Zivilisten, Journalisten und Kinder von Soldaten in einem US-Helikopter getötet. Während die Mörder im Helikopter nicht mal angeklagt werden, soll Manning aber für deren Veröffentlichung sterben. Wie krank ist das denn?