Schon sein Vater war ein Natural Born Killer. Aber ein echter. Woody Harrelsons Vater hatte zwei Männer ermordet, darunter auch ein Bundesrichter. Woody Harrelson selbst ist bekennender Pazifist, Veganer und Potraucher. Das hindert den Schauspieler allerdings nicht daran, durchaus aggressive, mitunter psychopathische Charakteren zu verkörpern. Heute wird Woody Harrelson 50 Jahre alt.
Woody Harrelson wurde am 23. Juli 1961 in Midland im US-Bundesstaat Texas geboren. Woodrow Tracy Harrelson, wie Woody richtig heisst, wuchs in Lebanon im US-Bundesstaat Ohio auf. Er studierte Englisch und Schauspiel am „Hanover College“ in Indiana und ist Mitglied der Studentenverbindung Sigma Chi. Harrelson begann seine Schauspielkarriere Mitte der 80er Jahre in der Zweitbesetzung des Broadway-Stückes «Biloxi Blues».
Kurz darauf wurde er für die erfolgreiche TV-Sitcom «Cheers» entdeckt, der er acht Jahre bis 1993 treu blieb. Für seine Rollenleistung wurde er mit einem «Emmy» geehrt. 1986 war Harrelson in seinem ersten Film zu sehen, als er neben Goldie Hawn in «American Wildcats» (1986) spielte.
Es folgten Rollen in Brian de Palmas «Die Verdammten des Krieges» (1989) und in «L.A. Story» (1991), bevor er 1991 den endgültigen Durchbruch mit «Doc Hollywood» schaffte. Zwischenzeitlich war er erfolgreich auf Theaterbühnen gestanden und hatte selbst Stücke inszeniert.
Im Jahr 1992 stand Harrelson für seinen ersten Kassenschlager «Weisse Jungs bringen's nicht» vor der Kamera, in dem er neben Wesley Snipes zu sehen war. Gemeinsam mit Snipes spielte er 1995 auch in dem Actionthriller «Money Train».
Zuvor mimte er 1993 den Ehemann von Demi Moore, die von Robert Redford «Ein unmoralisches Angebot» bekam. Ausserdem zog er 1994 als Serienmörder an der Seite von Juliette Lewis in Oliver Stones schockendem Drama «Natural Born Killers» durchs Land.
Nach diesen kontroversen Filmen, die durch ihre Thematik und ihre Brisanz immer wieder für Gesprächstoff gesorgt hatten, landete Woody Harrelson 1996 seinen bislang grössten Film-Hit. Er kämpfte als «Hustler»-Gründer «Larry Flint» für seine Rechte und die Pressefreiheit.
Für seine Darstellung in «Larry Flint - Die nackte Wahrheit» von Regisseur Milos Forman bekam Harrelson den «Goldenen Bären». Ausserdem wurde er für einen «Oscar» und einen «Golden Globe» nominiert. Seit 1998 ist er in zweiter Ehe mit seiner ehemaligen Assistentin Laura Louie verheiratet.
Weitere Filme, in denen Harrelson das Publikum mit seiner Wandlungsfähigkeit begeisterte, waren die Bowling-Komödie «Kingpin» (1996) von den Gebrüder Farrelly, der Independent-Kriegsfilm «Welcome to Sarajevo» (1997), die Politkomödie «Wag the Dog - Ein hundsgemeiner Trick» (1998) und «Der schmale Grat» (1998).
Neben seiner Filmarbeit ist Harrelson weiterhin ein erfolgreicher Bühnenschauspieler und Autor. Er war mit Glenn Close und Laura Dern in «Brooklyn Laundry» zu sehen und spielte in der Off-Broadway-Produktion «The Boys Next Door».
Zu seinen jüngeren Filmprojekten zählen unter anderem das Road-Movie «Knocked Out - eine schlagkräftige Freundschaft», das im Jahr 2000 in den deutschen Kinos anlief. Im Jahr 2003 wirkte er neben Jack Jack Nicholson in der Komödie «Die Wutprobe» mit.
Woody Harrelson engagiert sich immer wieder als Umweltaktivist und wurde bereits wegen einer Protestaktion auf der Golden Gate Bridge in San Francisco verhaftet.