Samstag, 4. Februar 2012
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Steve Rubell – Mister Studio 54

Montag, 25. Juli 2011



Kein Club der Welt war legendärer als das Studio 54 in New York. Zusammen mit seinem Partner Ian Schrager eröffnete Steve Rubell die Disco im April 1977. Was folgte, wird in den Popgeschichtsbüchern als exzessive Nonstop-Party beschrieben, in denen sämtliche Hemmungen fielen. Sie dauerte nur zwei Jahre. Dann wurde Rubell wegen Steuerhinterziehung verhaftet. 1985 steckte er sich mit AIDS an und starb heute vor 22 Jahren.

Bevor alles im Chaos, Gefängnis, AIDS und Tod endete, begann Steve Rubells Karriere, als er im College Ian Schrager kennenlernte und mit ihm 1972 eine Steakhouse-Kette eröffnete.

Vor dem Hintergrund der aufkommenden Disco-Mode bauten sie 1974 eines der Lokale zu einem Tanzklub um: Doch der «Enchanted Garden» in Queens entwickelte sich wegen Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft zu einem Misserfolg.

Rubell und Schrager wollten ins vornehme Manhattan expandieren, wo sie an der 54. Strasse ein 1927 entstandenes Gebäude erwarben, das während der Weltwirtschaftskrise als «San Carlo Opera House» fungiert und dann in den 30er Jahren als Theaterrestaurant «Casino de Paris» gedient hatte, um im folgenden Jahrzehnt in ein Fernsehstudio von CBS umgewandelt zu werden.

Das seit längerem leer stehende Gebäude wurde nach dem Kauf durch beide Unternehmer aufwändig saniert und restauriert, um es in ein Tanzlokal umzubauen. Zusammen mit Schrager eröffnete Rubell am 26. April 1977 die Diskothek, die bald unter dem Namen «Studio 54» in ganz New York bekannt wurde. Das Nachtlokal bezog seine Bezeichnung aus der Lage in der 54. Strasse.

Das «Studio 54» avancierte zu einem beliebten Anziehungspunk für berühmte Persönlichkeiten aus dem Film- und Showbusiness, obwohl sie in den ersten Wochen noch keine Lizenz zum Ausschank von Alkohol hatten. Bereits im Oktober 1977 galt der Club als der gesellschaftliche Treffpunkt, von dem am meisten in der New Yorker Öffentlichkeit gesprochen wurde.

Die Besonderheit von «Studio 54» lag in der einzigartigen gesellschaftlichen Mischung, die Rubell durch eine strenge und auch von ihm persönlich durchgeführte Einlasskontrolle, die er als «mixing the salad» bezeichnete, herzustellen wusste: In der Diskothek trafen unbekannte Nachtschwärmer mit internationalen Stars zusammen. Das Milieu wurde dabei bewusst bisexuell und multi-ethnisch bestimmt.

Im «Studio 54» feierte Rubell ausgelassene und aufwändige Partys mit Bianca Jagger, Rod Stewart, Elton John, Frank Sinatra, Liza Minnelli, Diana Ross, Andy Warhol, Kirk Douglas, Truman Capote, Richard Gere und zahlreichen anderen namhaften Persönlichkeiten. Die Party endete abrupt, als Rubell und Schrager im Dezember 1979 wegen angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Davon mussten sie 13 Monate in Haft verbüssen. Nachdem die entsprechende Lizenz auslief, musste das «Studio 54» ab März 1980 seine Pforten bis auf weiteres schliessen.

Nach ihrer vorzeitigen Entlassung im Januar 1981 verkauften beide den Club an Mark Fleishman, der die Diskothek dann zum Mai 1981 wiedereröffnete. Das «Studio 54» schloss dann als regelmässig betriebener Nachtklub endgültig 1988 seine Tore. Die Räumlichkeiten an der werden jedoch bis heute für private Feiern und Special Events genutzt.

Nach dem Abschied vom «Studio 54» blieben Rubell und sein Partner zunächst im Nachtklubgeschäft. Sie eröffneten 1985 mit dem «Palladium» ein weiteres Etablissement, dessen Geschäftsentwicklung jedoch unter dem allgemeinen Rückgang des Disco-Booms litt. Beide versuchten sich alsdann im New Yorker Hotelgeschäft, wo sie das «Morgans» und das «Royalton» eröffneten.

Während Schrager schliesslich eine erfolgreiche Karriere als Hotelunternehmer machte, nahm Rubells Leben einen tragischen Verlauf. 1985 sah er sich mit einem positiven HIV-Testergebnis konfrontiert. Ein ausschweifender Lebenswandel, der von Nachtleben, Alkohol- und anderem Drogengenuss gekennzeichnet war, beeinträchtigte in den folgenden Jahren zunehmend seinen Gesundheitszustand. Steve Rubell starb am 25. Juli 1989 in einem Krankenhaus in Manhattan.







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