Sommerserie: Die grössten Fussballhelden. Heute: Georges Bregy
Mittwoch, 21. Juli 2010
Es war unbestritten einer der Höhepunkte der Schweizer Fussball-Glückseligkeiten der letzten 20 Jahre. Eröffnungsspiel an der WM 1994 in den USA, die Schweiz spielte gegen den Gastgeber. Die Nati war das erste Mal seit einer halben Ewigkeit wieder an einem Endrundenturnier. Kurz vor der Pause ein Foul an Chapuisat an der Strafraumgrenze. Freistoss für die Roten. Bregy setzt sich den Ball, schaut, tritt an… und… Tor! Tor! Tor!
Georges Bregy war einer der besten Schweizer Spieler überhaupt, wenn es um ruhende Bälle ging. Kaum ein Eckball oder ein Freistoss, der nicht millimetergenau ins Ziel eingeschlagen hat. Auch wenn seine technischen Fähigkeiten diesem Können wohl etwas hinterhergehinkt sind, so hat es Bregy in seiner Karriere auf 54 Spiele im Schweiz Dress gebracht. Dabei erzielte er nicht weniger als zwölf Tore, darunter auch das Tor für die Geschichtsbücher an der WM in den 94.
Das 1958 geborene Walliser Original spielte sein ganzes Leben lang nur in der Schweiz. Seine grössten Erfolge erlebte er dabei mit dem FC Sion und den Berner Young Boys. Er spielte insgesamt 200 Spiele für den FC Sion und erzielte dabei sagenhafte 95 Tore. Ansonsten war er total sechs Jahre bei den Bernern unter Vertrag und hatte sich für kurze Zeit auch das Trikot von Martigny und Lausanne übergestreift. Total erzielte er nicht weniger als 170 Tore in der höchsten Schweizer Spielklasse und feierte gesamthaft zwei Cupsiege.
Direkt nach der WM beendete Bregy seine Spielerkarriere. Nach seinem Rücktritt amtete er zuerst als Spielertrainer beim FC Raron, bevor er das Heft ganz in die Hand nahm und als Cheftrainer bei Lausanne und dem FC Thun angestellt war. Dabei machte er so gut, dass er ab 2002 als Trainer beim FC Zürich arbeiten durfte. Zu dieser Zeit tummelte sich der FCZ aber noch regelmässig am Strich herum, sodass sich auch Bregy's Amtszeit nach nur knapp zwei Jahren im Letzigrund dem Ende neigte.
Dieser Schlag schien ihm wohl die Lust am Profifussball genommen zu haben. Seit seiner Entlassung beim FCZ trainiert er im Nebenamt die Mannschaft seines Sohnes in der 2. Liga International beim FC Stäfa. Hauptberuflich hat er ganz neue Wege eingeschlagen und so widmet er sich der Tätigkeit als Versicherungsberater. Mit dem Schnauz und im Anzug wirkt er sicherlich auch ganz schön überzeugend auf die Kundschaft. Geradlinig, wie halt schon seine Standarts waren. Hoffen wir für ihn auf eine ähnlich hohe Abschlussquote wie zu seinen besten Zeiten auf dem Rasen.