Sommerserie: Die grössten Fussballhelden. Heute: Andreas Möller
Montag, 19. Juli 2010
Andi Möller war einer der erfolgreichsten Fussballer der 90er Jahre. Seine Genialität auf dem Fussballplatz ist unvergessen. Genau gleich wie seine witzigen Interviews, die noch heute ein Renner unter den witzigsten Fussballersprüchen aller Zeiten sind.
Seine Profikarriere startete Andi Möller als 19 jähriger bei der Eintracht Frankfurt. Er erlebte vier erfolgreiche Jahre in der Bundesliga, inklusive einem kurzen Abstecher 1992 nach Dortmund für ein Jahr. 1990 war Möller bereits deutscher Nationalspieler, sodass er mit zur WM nach Italien reisen durfte. Nach dem Finalsieg der Deutschen dufte sich Möller schon als 23 jähriger Weltmeister nennen. 1992 entschied Möller, zu Juventus Turin nach Italien zu wechseln. Mit der alten Dame gewann Möller 1993 den Uefa Pokal, nachdem im Final sein ehemaliger Arbeitgeber Borussia Dortmund bezwungen werden konnte. Einzig der Meistertitel konnte er bis dato noch nicht feiern. Das sollte sich nach seinem nächsten Wechsel ändern. Es führte ihn zum zweiten Mal zum BVB.
Der Mittelfeldstratege konnte gleich in den ersten beiden Jahren bei den Westfalen zwei Mal die begehrte Salatschüssel in die Höhe stemmen. Der Höhepunkt seiner Karriere gelang dem Spieler wohl mit dem Sieg in der Champions League 1997. Kurioserweise gewann Möller mit seinen Gelb Schwarzen im Finale gegen…. Juventus Turin!
Insgesamt spielte Möller sechs Jahre lang für die Borussen und erlebte in Dortmund die Glanzjahre seiner Karriere, unter anderem auch zusammen mit Stephane Chapuisat. Selbstverständlich war er auch weiter eine wichtige Stütze im Nationalteam. Er nahm an der WM 1994 in den USA sowie der Europameisterschaft 1996 England teil, welche die Deutschen gewinnen konnten. Bei der letzten Saison in Dortmund im Jahr 2000 fand sich Möller mehr und mehr auf der Ersatzbank wieder, sodass er sich entschied, den an sich verbotenen Wechsel zum Erzrivalen Schalke 04 zu wagen. In Gelsenkirchen erlebte Möller zwei erfolgreiche Jahre, die mit zwei DFB Pokalsiegen abgerundet wurden. Zum Ausklang seiner Karriere wechselte er zurück zu seiner Eintracht nach Frankfurt, ehe er 2004 seine Aktivkarriere beendete.
Gesamthaft hat Andi Möller so ziemlich alles gewonnen, was es als Spieler zu gewinnen gibt. Er wurde Welt- und Europameister, zwei Mal deutscher Meister, gewann neben dem Uefacup auch die Championsleague und den Weltpokal sowie drei DFB Pokale.
Seit seinem Rücktritt arbeitet Möller fleissig an seiner Karriere als Fussballtrainer. Sein Weg an die Spitze ist aber noch weit. Obwohl er bereits vor vier Jahren die Trainerdiplome erhalten hat, arbeitet er derzeit nur beim Oberligisten Viktoria Aschaffenburg. Das wäre bei uns die zweite Liga, die Vereine wie FC Baar, FC Perlen-Buchrein, FC Effretikon oder Schwamendingen beinhaltet. Nebenbei arbeitet er teilweise bei verschiedenen TV Sendern als Gastkommentator.
Eine solche Sendung dürfte durchaus einen gewissen Unterhaltungswert beinhalten. So war Andi Möller doch hin und wieder für unbedachte Aussagen während TV Interviews bekannt. Auf die Frage beispielsweise, wo er denn nächste Saison spielen würde, meinte er «Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien». Weitere äusserst sinntiefe Aussagen mit Kultcharakter sind «Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber», «ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl», «wir sind an ein Limit gekommen, wo es im Moment nicht drüber geht», « Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung», « Speziell in der zweiten Halbzeit haben wir einen guten Tag erwischt» und «ich denke, dass ich auch jemand bin, den man sehr gut anfassen kann».
Wir sind auf alle Fälle gespannt, wie es mit Andi Möller weiter gehen wird und wünschen ihm eine sehr erfolgreiche Karriere. Auf dass er bald wieder auf grösseren Fussballbühnen stehen mag. Auch ein bisschen uns zuliebe, wegen den Interviews halt.