Die Hinterbliebenen des Absturzes von Smolensk, bei dem 96 Personen ums Leben kamen, fordern nun die Exhumierung der Leichen. Sowohl die Frau des ehemaligen Vizepremiers wie auch die Tochter des obersten Geheimchef-Koordinators verlangen dies seit Wochen, weil sowohl persönliche Gegenstände wie auch sämtliche Obduktions- und Identifikationsdokumente fehlen, obwohl es offiziell ganz was anderes heisst.
„Ich weiss nicht, was sich wirklich im Sarg befindet“, sagte Beata Gosiewski, Ehefrau des getöteten ehemaligen Vizepremiers Przemyslaw Gosiewski, gegenüber der polnischen Presseagentur PAP. Es wurde ihr, wie allen anderen Hinterbliebenen des Smolensk-Absturz, verwehrt, den Sarg zu öffnen: «Fehlende Autopsie- Protokolle und Ungereimtheiten bei den Identifizierungen verstärken in mir das Gefühl, dass nicht mein Mann im Sarg liegt», sagte die Witwe.
Auch Malgorzata Wassermann, Tochter des ehemaligen Geheimdienst- Koordinators Zbigniew Wassermann, glaubt nicht, dass ihr Vater tot ist. Es ist nicht bloss ihr Gefühl, dass ihr sage, dass sich ihr Vater an einem unbekannten Ort aufhalte. Auch sie forderte eine Exhumierung, weil Moskau offenbar keinerlei Expertisen angefertigt habe.
Zusammen mit anderen Hinterbliebenen und Anwälten diskutierten sie, was man tun könne, um endlich die Gewissheit zu haben, woran ihre Liebsten tatsächlich starben und ob sie auch wirklich in den Särgen lagen, die man zu Grabe trug. Am Dienstag fasste man den Entschluss, bei der Warschauer Staatsanwaltschaft die Exhumierung der Leichen zu beantragen.
Es sind nicht bloss die fehlenden Obduktions- und Identifikationsberichte, welche die Angehörigen stutzig machte, sondern auch die Tatsache, dass die Angehörigen der Opfer so gut wie nichts aus Moskau bekommen haben. So fehlen angeblich weiterhin Handys, Notebooks und Notizbüchlein.
Doch Russlands Vizepremier Sergej Iwanow behauptete auf einer Pressekonferenz letzte Woche in Moskau genau das Gegenteil und erklärte, dass man alle persönlichen Dinge der Toten Warschau zurückgegeben habe. Selbst wenn, warum erst so spät?
Dazu nochmals der Beitrag von Bürgerrechtlerin Jane Bürgermeister.