Am Montagabend strahlte das Schweizer Fernsehen den ersten Teil einer Dokumentation mit dem Titel „Der 11. September – die wahre Geschichte“ aus. Die Doku soll die tatsächlichen Hintergründe von 9/11 zeigen. Doch statt Antworten auf die vielen offenen Fragen zu geben, zementiert das öffentlich rechtliche Fernsehen mit fragwürdigen Quellen die alten Märchen von ein paar verblendeten Terroristen, die Amerika islamisieren wollten.
Ungeachtet dessen, dass es bis heute keinen einzigen Beweis für die Täterschaft der beschuldigten Terroristen gibt und Osama bin Laden vom FBI auch nicht wegen dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 gesucht wird, wurden die Zuschauer des Schweizer Fernsehens am Montagabend Zeuge einer unfassbar schlechten Doku über den Terroranschlag vom 11. September. Es geht darin vor allem um die Rollen des Bigamisten John O’Neill, dem ehemaligen Chef des New Yorker FBI-Büros, der das FBI Hals über Kopf verlassen musste, aber dafür einen neuen Job angeboten bekam: Als Sicherheitschef des World Trade Centers. Dass das Sicherheitsrisiko und der Geheimnisträger John O’Neill dabei ums Leben kam, ist für die Dokfilmer Zufall.
Das Schweizer Fernsehen beantwortet mit der Doku keine der vielen Fragen, die es nach dem 11. September 2001 gab, sondern haut mit der Doku kräftig in die Kerbe der bösen Islamisten, deren Ziel es war, die Welt zu unterjochen. So ein Unsinn wurde seit den 30er Jahren in Deutschland nicht mehr verzapft. Nur waren es damals keine bösen Muselmänner, sondern eine andere Gruppe.
Zitiert werden in der Doku zweifelhafte Quellen, wie etwa Jean-Charles Brisard, der sich mit dem 11. September 2001 als Terrorexperte profilieren konnte. Später stellte man fest, dass er nicht nur für den Geheimdienst tätig war, sondern auch schlicht und einfach Geschichten erfand. Ebenso kommen ehemalige Vermieter oder Professoren in der Doku zu Wort, welche die Attentäter als nette Jungs bezeichnen. Das heisst zwar gar nichts, aber mit der dramatischen Musik wird die Theorie des Doppellebens der vermeintlichen Terroristen suggeriert. Beweise dafür gibt’s keine.
Auch, was die Biografie von Osama Bin Laden betrifft, wird in keiner Zeile Bin Ladens CIA-Zeiten erwähnt, genauso wenig wie die jahrelang guten Beziehungen der Familie Bin Laden mit der Familie Bush. Das allerdings entspricht nicht dem Bild des durchgeknallten Amerikahassers, der aus einer afghanischen Hölle Amerika angriff, wie uns das Schweizer Fernsehen klar machen will.
Nächsten Montag erscheint der zweite Teil der Serie „Der 11. September – die wahre Geschichte“. Sehen Sie hier und gleich da unten die zweifelhafte Doku, die vorgestern am Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde.
PS: Wir werden uns bald eine ganze Woche lang jenem Ereignis widmen, das die moderne Welt nachträglich veränderte.