Polen: Tausende Demonstranten fordern Wahrheit über Smolenks-Absturz
Montag, 12. Juli 2010
Drei Monate nach dem tragischen Flugzeugabsturz in Smolensk, bei dem 96 Menschen starben, gingen wieder Tausende Demonstranten auf die Strasse und fordern eine unabhängige Aufklärung am „Politischen Mord“. Zur Demo aufgerufen hat die Bewegung „10. April“, die von der aktuellen Regierung fordert, die Untersuchung des Smolenks-Absturz an eine internationale Kommission zu geben.
Lügen, Vertuschung, widersprüchliche Aussagen: Die russischen Untersuchungen zum Absturz der Tupolew-Maschine, bei der nebst dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski auch viele andere hochrangige Regierungsmitglieder ums Leben kamen, werden so schluddrig geführt, als handle es sich um einen Mofa-Unfall. Die polnische Regierung indes lobt die gute Zusammenarbeit mit dem russischen Geheimdienst, obwohl es keine Zusammenarbeit gibt. Selbst wenn der Absturz vor drei Monaten stattfand, ist noch lange kein Gras über die Sache gewachsen. Zumindest nicht solange die Angelegenheit so zum Himmel stinkt.
Am Samstag, genau drei Monate nach dem mysteriösen Absturz der Tupolew-Maschine, gingen tausende Demonstranten erneut auf die Strasse. Aufgerufen zur Demo hat die Bewegung «10. April», die von der polnischen Regierung fordert, die Ermittlung der Wahrheit über die Hintergründe vom Tode des Präsidenten und anderen höchsten Köpfen des Staates in die Hände einer internationalen Kommission zu geben.
Mit gewagten Transparenten wie «10.04. Politischer Mord» machten die Aktivisten auf sich aufmerksam, denen sich im Laufe ihres Auftrittes spontan immer mehr Menschen anschlossen. 96 Aktivisten trugen weisse T-Shirts als Symbol für die Zahl der Todesopfer der Flugzeugkatastrophe bei Smolenks.
Auf weiteren Spruchbändern und über Megaphone forderten die Demonstranten die Regierung auf, eine unabhängige internationale Untersuchung. Denn wie die Organisation „10. April“ auf ihrer Webseite schreibt, verhalte sich die Regierung bei der Aufklärung der Katastrophe zu passiv. Sie fordern die Wrackteile der abgestürzten Tupolew und die Blackboxen der Maschine nach Polen zu schaffen.
Wie schluddrig die russischen Ermittlungen geführt werden, zeigt sich auch in der Tatsache, dass nicht mal klar ist, wer überhaupt in den Särgen liegt, die von den Hinterbliebenen zu Grabe getragen wurden.
Sehen Sie dazu die interessante Zusammenfassung von Jane Burgermeister.