Viele glaubten an einen Fluch, der auf dem Film „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ liegt. Denn Natalie Wood war eine der Schauspieler aus dem Film, die unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Sonst würde Natalie Wood heute ihren 73. Geburtstag feiern und auf ein reiches Leben voller guter Filme zurückblicken. Noch heute rätselt man, warum Natalie Wood 1981 vor den Augen von Robert Wagner und Christopher Walken ertrank.
Natalie Wood wurde am 20. Juli 1938 unter dem bürgerlichen Namen Natalia Nikolawna Zackarenko-Gurdin in San Francisco geboren. Ihre Eltern waren russische Einwanderer, ihre Mutter war eine bekannte Balletttänzerin am Bolschoi Ballett gewesen. Mit vier Jahren bekam das kleine Mädchen seine grosse Chance: Regisseur Irving Pichel lud in Santa Rosa Leute auf der Strasse zur Mitwirkung im Film «Happy Land» (1943) ein. Zufällig waren Natalie und ihre Eltern darunter und Natalie bekam eine winzige Rolle.
Ihren Künstlernamen erhielt sie von Filmproduzent William Goetz - er war eine Hommage an Regisseur Sam Wood. Goetz engagierte sie für «Morgen ist die Ewigkeit» (1946), in dem sie an der Seite von Orson Welles und Claudette Colbert spielte. In der Hoffnung auf mehr Filmangebote schnappte sich die Mutter die Familie und zog in die Nähe von Los Angeles. Ihre Rolle in «Morgen ist die Ewigkeit» bekam Natalie allerdings erst nach dem zweiten Vorsprechen. Es folgte eine ganze Reihe von Filmen, doch kaum ein erwähnenswerter ist darunter. Über ihre Zeit als Kinderstar sagte sie später einmal: «Ich verbrachte praktisch meine ganze Zeit mit Erwachsenen. Ich war sehr zurückhaltend, sehr schüchtern. Ich tat, was man von mir verlangte und versuchte, niemanden zu enttäuschen. Ich wusste, dass ich die Pflicht hatte, zu unterhalten und ich war dazu erzogen worden, Anordnungen zu befolgen.»
Dann kam die Rolle, die ihr zu Weltruhm verhelfen und sie aus der Schiene des Kinderstars hinausbefördern sollte: «...denn sie wissen nicht, was sie tun» (1955). Natalie spielte die Judy an der Seite des heute legendären, damals aber auch noch relativ unbekannten James Dean. Dieser Streifen brachte der Jungschauspielerin ihre erste Oscar Nominierung ein. Durch den Erfolg dieses Kultfilms blieb die Wood jahrelang auf das Image der zarten, puppenhaften Kindfrau festgelegt. So spielte sie etwa in «Der schwarze Falke» (1956) neben John Wayne und in der Verfilmung von Leonard Bernsteins Erfolgsmusical «West Side Story» (1961). Eigentlich wollte Natalie diesen Film gar nicht machen. Die Rolle in «The Devil´s Disciple» (1959) lehnte Natalie Wood ab, weil sie aus «persönlichen Gründen» nicht mit Kirk Douglas arbeiten wollte.
1957 heiratete sie ihre grosse Liebe, den Schauspieler Richard Wagner. Sie war in den 50ern regelmässig mit Elvis Presley ausgegangen, der sie gar heiraten wollte. Daraus wurde allerdings nichts, weil Elvis Mutter Natalie nicht mochte. Schon 1962 liess Natalie sich wieder von Robert scheiden, um ihn dann 1972 noch ein zweites Mal zu heiraten.
1961 spielte die Wood die Hauptrolle in Elia Kazans «Fieber im Blut» (1961) an der Seite von Warren Beatty, die ihr eine Golden Globe Nominierung einbrachte. Immer war die Schauspielerin auf der Suche nach anspruchsvollen Rollen, sie spielte in «Gypsy» (1962) und in «Verliebt in einen Fremden» (1963) neben Steve McQueen, hierfür erhielt sie eine erneute Oscar und Golden Globe Nominierung. Es folgten «Das grosse Rennen rund um die Welt» und «Verdammte süsse Welt» mit Robert Redford (beide 1965). Nach «Dieses Mädchen ist für alle» (1966) legte Natalie für drei Jahre eine Pause von Hollywood ein. Sie brauchte Zeit für sich und wollte herausfinden, in welche Richtung sie weiterhin gehen wollte. Warren Beattys Angebot, neben ihm in «Bonnie und Clyde» (1967) zu spielen, lehnte sie ab, weil sie nicht für längere Zeit von ihrem Analytiker getrennt sein wollte. 1969 heiratete die Wood Drehbuchautor Robert Gregson, mit dem sie Tochter Natasha hatte. Die beiden liessen sich 1971 wieder scheiden.
Im Jahr ihrer Heirat kehrte Natalie Wood mit dem Streifen «Bob & Carolin & Ted & Alice» (1969) nach Hollywood zurück und bewies allen, dass sie nach wie vor ein grosser Star war. Allerdings arbeitete sie nicht mehr so viel wie zuvor, die junge Mutter kümmerte sich jetzt mehr um ihre Familie. Immer wieder hatte sie diverse Fernsehauftritte, u. a. in der TV-Serie «Hart aber herzlich» (1979), wo sie mit Robert Wagner vor der Kamera stand.
Für ihr Spiel in der TV-Version von «Verdammt in alle Ewigkeit» (1979) erhielt die Wood einen Golden Globe. Doch insgesamt waren die 70er für die erfolgreiche Schauspielerin vor allem geprägt durch ihren Erfolg am Broadway in der Inszenierung von «Die Katze auf dem heissen Blechdach». Nach «The Last Married Couple in America» (1980) begannen 1981 die Dreharbeiten zu «Projekt Brainstorm» (1983) mit Christopher Walken. Natalie Wood sollte nicht mehr lange genug leben, um das Ergebnis zu sehen, der Streifen wurde erst nach ihrem Tod fertig gestellt.
Am 29. November 1981 kam die Schauspielerin bei einem tragischen Yachtunfall ums Leben, sie war erst 43 Jahre alt. Beim Versuch, ein Schlauchboot zu besteigen, fiel sie ins Wasser und ertrank - Ehemann Robert und Schwester Lana konnten ihr nicht helfen. Ironischerweise hatte Natalie Wood seit den Dreharbeiten zu «The Green Promise» (1949), bei denen sie bei einem Unfall nur knapp dem Ertrinken entkommen war, immer fürchterliche Angst, einmal auf diese Weise ums Leben zu kommen. Bei ihrer Beerdigung waren Rock Hudson, Frank Sinatra, Laurence Olivier, Elia Kazan, Gregory Peck, David Niven und Fred Astaire die Sargträger. Die Gerüchte um den mysteriösen Tod dieser grossartigen Schauspielerin, deren Privatleben immer pressetauglich gewesen war, werden wohl nie verstummen. Natalies Schwester, die Schauspielerin Lana Wood machte einen ABC-Film über das Leben der Schauspielerin: «The Mystery of Natalie Wood» (2004).
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