Nacktscanner – Bereits tausende BeschwerdenSamstag, 20. März 2010




Obwohl kein Massenmedium darüber berichtet, gibt es eine riesige Opposition gegen die Ganzkörperscanner. Vor allem dort, wo er bereits im Einsatz ist, hagelt es Beschwerden. Nichts da also von einer widerspruchslosen, gefüfigen Bevölkerung. Alleine in den USA sind im letzten Jahr 600 formelle Beschwerden über die Geräte eingegangen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ letzte Woche gemeldet hat, haben „Hunderte von US-Fluggästen wegen der Verwendung von Ganzkörpersicherheitsscanner eingereicht und erhoben den Vorwurf ihre persönliche Privatsphäre würde verletzt und es könnte gesundheitsschädlich sein.“ Die Agentur bezieht sich auf Dokumente der US-Transportsicherheitsbehörde TSA. Zwar hat die US-Transportsicherheitsbehörde das Thema als unbedeutend heruntergespielt und behauptet, dass die über 600 Beschwerden über Körperscanner, die gerade einmal an 21 Flughäfen der USA installiert sind, eine „winzig kleine“ Zahl darstellen.
Die Dokumente offenbaren auch den Zorn auf die Beamten TSA, die sich weigerten den Passagieren eine Alternative durch Abtasten anzubieten und auch Kinder durch die Maschinen zwangen, die glasklare Bilder der Genitalien liefern. Dabei stellte sich raus, dass ein TSA-Mitarbeiter wegen verschiedener Sexualverbrechen und der Vergewaltigung eines minderjährigen Mädchens beschuldigt wurde. Ausserdem ist letzten Monat rausgekommen, dass Flughafenpersonal Nacktbilder von Prominenten ausdrucken und herumreichen.
US-Gerichte haben dabei mehrmals festgestellt, dass Leibesvisitationen nur dann rechtmässig sind, wenn diese bei einer Person durchgeführt werden, die bereits einer Straftat schuldig befunden wurde oder bei der ein Verfahren anhängig ist, wo der begründete Verdacht besteht, diese Person führe eine Waffe bei sich. Doch bei den meisten Flugpassagieren ist dies nicht der Fall.
Menschen vom Fliegen abzuhalten, wenn sie es ablehnen durch eine Leibesvisitation gedemütigt zu werden, ist ein Verstoss gegen das grundlegende Menschrecht der Reisefreiheit. Nicht nur, dass die Scanner sich als völlige Verletzung der Privatsphäre herausstellten, auch grosse internationale Gruppen für Strahlensicherheit warnen nun vor den Gesundheitsrisiken, die von ihnen ausgehen. Doch das wird von den Herstellern immer wieder runtergespielt, obwohl noch keine Langzeitstudien verfügbar sind. Aber es ist ja schon klar, dass Ihre Sicherheit dem internationalen Sicherheitsapparat eigentlich scheissegal ist. Ausser, es lässt sich damit viel Geld verdienen.
Kontrollen am Flughafen
werden geladen...