Wer vom „Deutschen Schlager“ spricht, meint immer auch Michael Holm. Von den 60er Jahren bis Ende der 70er Jahre landete er einen Hit nach dem anderen. Das war kein Zufall, denn die meisten seiner Songs waren erfolgreiche Coverversionen, die Holm „eingeschlagert“ hat. Heute wird „Mr. Mendocino“ 68 Jahre alt. Wir gratulieren? Aber natürlich.
Eigentlich heisst Michael Holm Lothar Walter. Auch mit diesem Namen hätte der Deutsche als Schlagersänger, Musiker, Songwriter und Produzent Erfolg gehabt. Obwohl er seine erste deutsche Chartnotierung bereits 1962 hatte (Lauter schöne Worte), gelang ihm sein erster grosser Hit erst 1969: „Mendocino“, die deutsche Cover-Version eines Sir Douglas Quintett Songs, war in 1969 in Deutschland die meistverkaufte Single. Es folgten mit „Barfuss im Regen“ (1970), „Tränen lügen nicht“ (1974) und „Musst Du jetzt gerade gehen, Lucille“ (1977) weitere sehr erfolgreiche Titel.
Zwar erschien 2004 mit „Liebt Euch!“ das erste Album des Sängers Michael Holm seit 1982, doch der Musikbranche den Rücken zugekehrt hatte Holm nie. So gründete er Ende der 70er Jahren zusammen mit Kristian Schultze das Projekt Cusco, für das er 2004 bereits zum dritten Mal für den Grammy nominiert wurde. Von diesem Instrumentalmusik-Projekt, das einer ganz anderen Richtung folgt, sind bis heute über 20 Alben erschienen. Daneben war Holm zunehmend als Macher hinter den Kulissen am Werk und konzentriert sich bis heute hauptsächlich auf das Texten, Komponieren, Produzieren und Verlegen anderer Künstler. So produzierte er 1998 das Guildo Horn-Album „Danke“ und war damit einer der wichtigsten Köpfe des Schlager-Revivals Ende der 90er Jahre.
Eine jahrelange künstlerische Zusammenarbeit und private Freundschaft verbindet ihn mit dem Musiker und Produzent Giorgio Moroder, dem er mit „Giorgio und ich“ sogar ein Lied widmete. Als Duo Spinach veröffentlichten sie einige Singles und die LP Spinach 1. Der Schlager „Mendocino“ dient auch als Vorlage für den beliebten Pokalschlachtruf der Fans des FC St. Pauli und ist damit nach wie vor auch bei den jüngeren St. Pauli-Anhängern sehr bekannt.