Samstag, 4. Februar 2012
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John Herbert Dillinger – Der Staatsfeind Nr. 1

Samstag, 23. Juli 2011



Er war eine zeitlang der böseste Bube Amerikas, der erste vom FBI bezeichnete „Public Enemy No. 1“. Auf keinen anderen wurde in den 30er Jahren ein so hohes Kopfgeld ausgesetzt wie auf John Dillinger: 25'000 Dollar. Er wurde am 22. Juli 1934 von Cops erschossen, als er aus dem Kino kam, nachdem er verpfiffen wurde. Er wurde nur 32 Jahre alt und feierte als Kinoverfilmung mit Johnny Depp letztes Jahr ein aufregendes Comeback.

John Dillinger wurde am 22. Juni 1903 in der Nähe von Indianapolis geboren. Er wuchs im mittelständischen Stadtteil Oak Hill auf. Sein Vater war Händler; seine Mutter starb, als Dillinger drei Jahre alt war. Nachdem John Dillinger die Schule beendet hatte, arbeitete er in einer Maschinenfabrik. Da ihn die Arbeit unterforderte, trieb er sich abends herum, was seinen Vater beunruhigte und ihn zu einem Umzug nach Mooresville veranlasste. Doch auch hier hielt sich Dillinger nicht aus Problemen heraus. Nachdem er wegen eines Autodiebstahls in Konflikt mit dem Gesetz geriet, trat er 1923 in die US Navy ein. Er desertierte jedoch und kehrte nach Mooresville zurück, wo er heiratete und sich niederlassen wollte. Jedoch wurde er wegen des Diebstahls von 41 Hühnern angezeigt und nur mit Hilfe seines Vaters konnte ein Prozess vermieden werden. John begann Baseball zu spielen, wo er Ed Singleton kennenlernte.

Wegen seiner Geldprobleme versuchte er, zusammen mit Singleton einen Händler zu überfallen. Das Vorhaben misslang – offenbar, weil sein Partner nicht, wie abgesprochen, mit einem Fluchtwagen gewartet hatte. Dillinger wurde verhaftet und zu 10 bis 20 Jahren Haft verurteilt. 1933 wurde Dillinger nach mehreren Ausbruchsversuchen freigelassen. Eine seiner ersten Taten nach der Entlassung war ein Überfall auf eine Bank in Bluffton, Ohio. Am 22. September 1933 wurden Dillinger und seine Bande gefasst und zu Haft im Staatsgefängnis in Lima, Ohio verurteilt.

Ein Teil seiner Bande konnte mit Hilfe von Gewehren, die in die Zellen geschmuggelt worden waren, aus dem Gefängnis ausbrechen, wobei sie zwei Wächter töteten. Am 12. Oktober 1933 kehrten die entflohenen Gefangenen zurück, um Dillinger zu befreien, ein weiterer Wächter kam bei dem Feuergefecht ums Leben. Zur Untersuchung des Falles wurde das FBI zu Hilfe gerufen. Anhand der Fingerabdrücke wurden die Täter schnell identifiziert. Mit seiner Bande beraubte Dillinger mehrere Banken und auch zwei Waffenlager der Polizei, wobei er Maschinengewehre, Munition und kugelsichere Westen erbeutete. Am 14. Dezember 1933 erschoss John Hamillton, ein Mitglied von Dillingers Bande, einen Polizisten in Chicago. Als nächstes grosses Ziel suchten sich die Räuber die National Bank in Chicago aus, bei deren Überfall ein Polizist getötet wurde. Die Mitglieder der Bande flohen zunächst nach Florida und dann nach Tucson, Arizona, wo sie jedoch verhaftet wurden.

Dillinger konnte sich am 3. März 1934 erneut aus dem Gefängnis befreien. Später behauptete er, die Wachen mit einer aus Holz und Schuhcreme gebastelten Attrappe einer Pistole bedroht zu haben. Er floh mit dem Auto des Sheriffs nach Chicago. Da er mit dem Wagen die Grenze eines Bundesstaates passierte, wurde dieser Fall zur Angelegenheit des FBI. In Chicago überfiel Dillinger mit den übrigen Mitgliedern seiner Bande weitere Banken. Die Polizei konnte ihn schliesslich in einer Wohnung stellen, wo er bei einem Schusswechsel angeschossen wurde. Allerdings gelang ihm die Flucht. Bis seine Wunde geheilt war, versteckte er sich bei seinem Vater in Mooresville.

Später überfiel Dillinger zusammen mit Homer Van Meter, einem Mitglied seiner Bande, eine Polizeistation in Warsaw, Indiana. Das FBI erhielt unterdessen einen Tipp, wo sich Dillinger versteckt hatte, und fuhr mit mehreren Agenten dorthin. Es kam zu einem Schusswechsel. Dillinger gelang es jedoch, wieder zu fliehen. Gleichzeitig erschoss Lester „Baby Face Nelson“ Gillis, ein Mitglied der Dillinger-Bande, bei einer Verkehrskontrolle einen FBI-Beamten und verletzte weitere.

Am 21. Juli 1934 kontaktierte eine gewisse Anna Sage das FBI, das versuchte, Dillinger dingfest zu machen. Anna Sage war eine Bekannte von Dillingers Freundin Polly Hamilton. Für Informationen über Dillinger forderte sie Geld und eine dauerhafte Einbürgerung durch die Einwanderungsbehörde. Als das FBI auf das Geschäft einging, verriet Sage, dass sie zusammen mit Dillinger und Polly Hamilton am nächsten Tag das Biograph-Kino in Chicago besuchen wolle, um sich den Film „Mord in Manhattan“ anzuschauen. Um eine schnellere Identifikation von Dillinger zu erreichen, trug Sage verabredungsgemäss ein orangefarbenes Kleid, das im künstlichen Licht der Strassenlampen rötlich wirkte und dadurch zu ihrem Medien-Spitznamen «Lady in Red» führte.

Als Dillinger am Abend des 22. Juli 1934 mit den beiden Frauen das Kino verliess, versuchten die FBI-Agenten unter der Führung von Melvin Purvis ihn festzunehmen. Dillinger erkannte die Situation, wurde jedoch beim Versuch, seine Waffe zu ziehen, von drei Kugeln tödlich getroffen, die Agenten Charles Winstead, Clarence O. Hurt und Herman E. Hollis gaben insgesamt 5 Schüsse ab. Sage bekam das ausgesetzte Kopfgeld von 5’000 Dollar, sie wurde aber danach nach Rumänien abgeschoben.

Sehe Sie dazu die Dokumentation







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