Erstmalig in der Menschheitsgeschichte leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Das hat zur Folge, dass am Rande der Megacities Megaslums entstehen. Gemäss dem UN-Habitat-Bericht leben fast 1 Milliarde Menschen in Slums. Und mit Slum ist nicht Züri-Seebach gemeint.
3,5 Milliarden Menschen leben in Städten, davon etwa 830 Millionen in Slums. Das sind 55 Millionen Leute mehr als noch vor zehn Jahren. „Trotzdem hätte es noch schlimmer kommen können“, sagt Anna Tibaijuka, die Direktorin des UN Human Settlements Programme und weist darauf hin, dass nach Schätzungen im vergangenen Jahrzehnt 227 Millionen Menschen den Slums entkommen seien, meist durch Sanierung der Wohngebiete. Viele Projekte scheitern allerdings an der Korruption von Beamten und Politiker. Würde nicht entschlossen gehandelt, steige die Slumbevölkerung weltweit in jedem Jahr um weitere 6 Millionen, so dass im Jahre 2020 etwa 900 Millionen in Slums leben müssten.
Am schlimmsten geht es den Menschen südlich der Sahara, wo fast 200 Millionen Menschen in Slums leben, 61,7 Prozent aller Stadtbewohner. 14 Millionen Menschen ziehen südlich der Sahara jedes Jahr in die Städte, 70 Prozent landen in Slums, aus denen nur 2 Prozent wieder entkommen können. In Südasien leben 190 Millionen (35% der Stadtbevölkerung) in Slums, in Ostasien 189 Millionen (28,2%), in Lateinamerika und der Karibik 110 Millionen (23,5%).
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