Isaac Hayes war nicht nur Chefkoch in South-Park oder das „Theme from Shaft“, sondern auch einer jener Komponisten, die Soul-Welthits schrieben, die noch heute auf jede Soul-Compilation gehören. Er gewann Oscars, Golden Globes und Grammys, obwohl er stets so Black and Proud war, dass er sogar die Serie „South Park“ verliess, weil die Serie Scientology verarschte. Heute vor drei Jahren starb Isaac Hayes an einem Schlaganfall.
Isaac Lee Hayes Jr. wuchs bei seinen Grosseltern auf, nachdem seine Mutter früh starb und der Vater das Haus verliess. Neben seinem Schulbesuch arbeitete Isaac Hayes mit elf Jahren als Pflücker in den Baumwollfeldern und später als Schuhputzer in Memphis. Daneben sang er in einem Gospelchor, lernte im Schulorchester Saxophon und begann mit Tanzkapellen und einer Doo-Wop-Gruppe in Kneipen aufzutreten.
1964 stellte ihn endlich die Plattenfirma Stax Records in Memphis als Ersatz-Keyboarder bei dem Instrumentalstück „Frog Stomp“ bei der Stax-Hausband Booker T. & the M.G.’s ein. Danach stieg er schnell zum erfolgreichsten Komponisten und Produzenten des Labels auf. Mit dieser Gruppe spielte er neben zahlreichen Soulgrössen wie Otis Redding, Wilson Pickett und Carla Thomas, dann aber wandte er sich mehr der eigenen Komposition zu und ging mit David Porter eine enge Zusammenarbeit ein. Sie komponierten zahlreiche Songs, darunter etliche Hits wie „Soul Man“, „When Something is Wrong With My Baby“ und „Hold On, I’m Coming“ für Sam & Dave und Carla Thomas.
Diese Erfolge ermutigten Isaac Hayes zu einer Solokarriere. 1967 veröffentlichte Hayes sein erstes Soloalbum „Presenting Isaac Hayes“; den kommerziellen Durchbruch schaffte aber erst das 1969 erschienene Album „Hot Buttered Soul“. Es war eine triumphale Rückkehr aus einer einjährigen Zeit der Trauer und Depression wegen des Attentats auf Martin Luther King, mit dem er sich noch an dessen Todestag verabredet hatte. Das Album trug mit seinen komplexen, elegant orchestrierten Arrangements massgeblich zur Entstehung eines neuen Soul-Sounds bei und änderte den Memphis-Soul grundlegend. Auf der Bühne verkörperte er stets mit seinem glattrasierten Kopf, Bart, Sonnenbrille, Goldketten und einer exzentrischen Bekleidung schwarzes Selbstbewusstsein, das später auch das positive Vorbild des Detektivs „Shaft“ vermittelte. Hayes wurde zu einem Idol, das beispielhaft für James Browns Botschaft war: „I’m black and I’m proud“.
1971 gelang ihm der weltweite Durchbruch mit dem Titelsong zu dem Blaxploitation-Film „Shaft“. Er gewann den Oscar, den Golden Globe, zwei Grammys, den NAACP Award und den Edison Award. Das Soundtrackalbum erreichte Platin-Status, was einem afroamerikanischen Künstler noch nie zuvor gelungen war. In Erinnerung an die Unruhen in Watts als auch an das Woodstock-Festival organisierte Stax Records im August 1972 mit seinen Musikern das Musikfestival Wattstax von Schwarzen für Schwarze. Der Höhepunkt des Open-Air-Konzertes war der Auftritt von Hayes. Mit einer Limousine und einer Eskorte von Motorrädern fuhr er in das Stadion ein und eröffnete mit dem Theme-Song von Shaft.
Nachdem er sich 1975 von Stax Records getrennt hatte, blieb er weiterhin erfolgreich, auch durch seine Zusammenarbeit mit etlichen Künstlern wie zum Beispiel mit Dionne Warwick. Auf den Alben „Chocolate Chip“ (1975) und „New Horizon“ (1977) entwickelte er eine Stilmischung aus Disco, Funk und Soul. 1977 ging seine Plattenfirma Stax in den Konkurs. Dadurch verlor er nicht nur einen Teil seines Vermögens, sondern auch alle seine Urheberrechte an seinen Kompositionen. Hayes war daher gezwungen, als Schauspieler in Krimiserien und einigen Filmen wie „Die Klapperschlange“ aufzutreten.
In den 90er Jahren übernahm Hayes im amerikanischen Original der Serie „South Park“ dem Chefkoch seine Stimme. Die Popularität der Zeichentrickserie verschaffte Hayes im Dezember 1998 durch die Singleauskopplung des Lieds Chocolate Salty Balls (P. S. I Love You) unter dem Namen der Figur einen ersten Platz in den UK-Charts. Seine Arbeit für die Fernsehserie South Park kündigte er im März 2006, nachdem Scientology in einer Folge der Serie stark kritisiert worden war. Nach eigenen Angaben war der Grund für das Verlassen der Serie jedoch ein kurz zuvor erlittener Schlaganfall. Einer der beiden Produzenten der Sendung, Matt Stone, sagte gegenüber Associated Press: „Dies hat hundertprozentig etwas mit seinem Glauben an Scientology zu tun... Er hat kein Problem damit, dass sich unsere Sendung über Christen lustig macht – und jede Menge Schecks dafür kassiert.“ Hayes war einer der erfolgreichsten DJs des New Yorker Radiosenders Kiss FM. Weiterhin arbeitete er an Werbejingles für Pepsi und Burger King.
Am 10. August 2008 starb Isaac Hayes im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in Memphis an einem Schlaganfall. Hayes war vier Mal verheiratet und hinterlässt seine vierte Frau Adjowa, mit der er seit 2005 verheiratet war, und zwölf Kinder.