Der Mann, der heute vor vier Jahren starb, war einer der renommiertesten Regisseure des 20. Jahrhunderts. Ingmar Bergman wurde trotz seiner düsteren, zum Teil sogar heavy depressiven Filmen zum Kinomagnet und Vorbild vieler Filmemacher wie Luis Buñuel, Federico Fellini oder Woody Allen. Das Genie, als das Bergman heute gilt, drehte rund 50 Filme, bevor er am 30. Juli 2007 starb.
Ingmar Bergman wurde 1918 im schwedischen Uppsala geboren und wuchs als Sohn eines Pfarrers in einem streng religiösen Umfeld auf. Er begeisterte sich früh für das Theater und inszenierte schon während seines Studiums erste Stücke. Ab 1946 führte selbst Regie. Bergmans umfangreiches Schaffen umfasst mehr als 50 Produktionen, von denen zahlreiche mit Preisen gewürdigt wurden.
Mit Ausnahme weniger Komödien widmete sich Bergman in seinen Arbeiten vornehmlich menschlichen Beziehungen im Zusammenspiel mit der Suche nach einem Lebenssinn. Eine pessimistische Grundstimmung, psychologische Krisen und starke Emotionen kennzeichnen seine Werke. Dabei verlangte er seinen Darstellern Höchstleistungen ab, die eine Intensität erzeugen, der sich bis heute kaum jemand entziehen kann.
Bergmans Werke sind geprägt von der Mythologie, der Suche nach dem Sinn, der Suche nach Gott und der Psyche der Charaktere. Dabei unterstreichen die Schwarz-Weiss-Aufnahmen und insbesondere die geschickte Lichtgebung seiner frühen und mittleren Werke diesen Eindruck umso mehr. Viele Schauspielerinnen und Schauspieler verdanken Bergman ihren internationalen Durchbruch, unter ihnen die Schweden Max von Sydow, Erland Josephson, Ingrid Thulin, Bibi Andersson und die Norwegerin Liv Ullmann. Bergman hat über 60 Filme und Dokumentationen gedreht. Auch als Theaterregisseur war er international gefragt und brachte über 120 Inszenierungen auf die Theater- und Opernbühne. Bekannte Regisseure – so etwa Woody Allen, Ang Lee und Lars von Trier – zählen ihn zu ihren Vorbildern. Bei den 50. Internationalen Filmfestspielen von Cannes (1997) nahm seine Tochter für ihn im Beisein von 28 Goldene-Palme-Gewinnern die Palme der Palmen entgegen. 2007 wurde das Ingmar Bergman-Archiv des Schwedischen Filminstitutes in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.
Zu Bergmans bekanntesten Arbeiten zählen „Wilde Erdbeeren“ (1957), „Persona“ (1966), „Szenen einer Ehe“ (1973) sowie „Fanny und Alexander“ (1982). Den international grössten Erfolg feierte er 1956 mit seinem Meisterwerk „Das siebente Siegel“, für das er u.a. mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes ausgezeichnet wurde. Mit „Sarabande“ nahm Bergman 2003 nach 30 Jahren die Konstellation von „Szenen einer Ehe“ noch einmal auf – und schloss damit sein filmisches Werk ab. Ingmar Bergman starb am 30. Juli 2007 auf der schwedischen Insel Fårö.