Hit the Road, Ray CharlesDonnerstag, 10. Juni 2010




Das Leben meinte es am Anfang nicht gut mit Ray Charles. Doch statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, wurde er einer der erfolgreichsten schwarzen Musiker ever. 50 Jahre dauerte seine Karriere. Ray Charles hinterlässt nicht nur 12 Kinder von vielen verschiedenen Frauen, sondern auch eine Menge grossartiger Songs, die uns alle überleben werden. Heute vor sechs Jahren schloss Ray Charles für immer seine blinden Augen. Ray Charles Robinson wurde am 23. September 1930 in Albany im US-Bundesstaat Georgia, als Sohn eines Eisenbahnarbeiters und einer Wäscherin geboren. Aufgewachsen in Armut zur Zeit der Rassentrennung, verbrachte er keine schöne Kindheit. Vor allem, weil er im Alter von fünf Jahren Augenzeuge wurde, wie sein Bruder George in einem Waschzuber ertrank. Es war etwas vom letzten, das Ray Charles gesehen hat. Kurze Zeit später erkrankte das Kind am Grauen Star. Nachdem er sich keiner Behandlung der Krankheit unterziehen konnte, erblindete er ab seinem siebten Lebensjahr. Charles besuchte daher die Blindenschule in San Augustine in Florida, wo er auch aufwuchs. Im Alter von 15 Jahren wurde Charles zum Waisenkind. Er brach die Schule ab, um sich als Pianist in Musikbands über Wasser zu halten, mit denen er durch Florida tourte.
Im Jahr 1947 rief Ray Charles mit dem «McSon Trio» in Seattle seine erste eigene Band ins Leben, die sich in der Folge vor allem in den Clubs des amerikanischen Westens einen Namen machte. Seinen ersten grossen Hiterfolg feierte Charles 1951 mit dem Song «Baby, Let Me Hold Your Hand».
Ab 1952 arbeitete er mit der Plattenfirma «Atlantic» zusammen, mit der er bis 1960 einige Erfolge erlebte. In frühen Aufnahmen orientierte er sich an Charles Brown und Nat King Cole. Auf Konzerten eines Trios bestehend aus Lowell Fulson, Guitar Slim und Ruth Brown, faszinierte Charles als Sänger, Pianist, Trompeter, Saxophonist und Organist ein wachsendes Publikum mit seiner einzigartigen Kombination von Stilelementen des Gospels und des Blues, die auch bestimmte Jazz-Richtungen beeinflussten.
Im Jahr 1858 beteiligte er sich am «Newport Jazz Festival». Im selben Jahr erschien auch sein Live-Album «Ray Charles in Person». Indes wurde er mit Hits wie «What'd I Say» und «The Night Times is the Right Time» zum Star. Damit wurde Charles Wegbereiter der Soul-Musik. Ab 1960 nahm Charles in Zusammenarbeit mit der Plattenfirma «A.B.C. Records» auch andere Musikrichtungen wie Pop und Country in sein Programm auf.
In jener Zeit zwangen ihn seine Heroinsucht und eine Haftstrafe zur Unterbrechung seiner künstlerischen Tätigkeit. 1962 eröffnete Charles ein eigenes Aufnahmestudio in Los Angeles und veröffentliche das Studio-Album «Modern Sounds in Country and Western Music». Weiter folgten Hits wie «You Are My Sunshine», «Crying Time» und «These Chains From My Heart».
Im Jahr 1965 wurde er erneut wegen dem Besitz von Heroin zu fünf Jahren auf Bewehrung verurteilt. Im selben Jahr folgte die Gründung seiner Plattenfirma «Tangerine Record Company», ab 1973 «Crossover Records Company», mit der er sich in den folgenden Jahrzehnten ein weltweites Publikum schuf. Ende der 70er Jahre unterzog sich der heroinabhängige Ray Charles erfolgreich einer Entziehungskur.
Noch mit 66 Jahren gab Charles 1996 eine Europatournee, die ihn auch nach Bremen führte, wo der blinde Musiker von einem begeisterten Publikum gefeiert wurde. Er wurde Mitglied der «Rock'n' Roll Hall of Fame» und 1982 der «Blues Hall of Fame».
Ray Charles wurde mit zahlreichen Musikpreisen geehrt. 10 Mal wurde der Künstler mit dem «Grammy Award» ausgezeichnet. 1993 verlieh man Charles die «Kunstmedaille» der USA. 1996 erhielt er die Ehrendoktorwürde des Occidental College in Los Angeles und 1998 ehrte man ihn mit dem «Polar Music Prize».
Ray Charles starb am 10. Juni 2004 in Beverly Hills, Los Angeles an einem Leberleiden. Der geschiedene Musiker hinterliess zwölf Kinder von vielen verschiedenen Frauen.
Postum wurde das Album «Genius Loves Company», das eine Grammy-Nominierung für das beste Album 2004 erhielt, zu einem Riesenerfolg. Ebenfalls 2004 feierte der biographische Film über den jungen Ray Charles unter der Regie von Taylor Hackford und mit Jamie Foxx in der Hauptrolle, einen grossen Erfolg, bei der internationalen Filmkritik und beim Kinopublikum.
Hit the road Jack
Georgia on my Mind- Ray Charles
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