Happy Birthday Cat Stevens, Yusuf Islam oder Steven Georgiu
Donnerstag, 21. Juli 2011
Der Mann, der heute Yusuf Islam ist, wurde berühmt als Cat Stevens, der eigentlich Steven Demetre Georgiu hiess. Neben Namens- und Glaubensänderungen machte der Mann als Cat Stevens Musik, die so schön und doch so einfach war, dass sie heute Evergreens sind, überall dort, wo es Gitarren und Lagerfeuer gibt. Vielleicht verbietet es Yusuf Islam sein Glaube, seinen Geburtstag zu feiern. Ansonsten würde er heute 63 Jahre alt.
Steven Demetre Georgiou wurde am 21. Juli 1948 als Sohn des Griechen Stavros Georgiou aus Republik Zypern und der Schwedin Ingrid Wickman in London geboren. Er wuchs in der britischen Hauptstadt auf, in der sein Vater das Restaurant Moulin Rouge im Stadtteil Soho besass. Heute lebt er mit seiner muslimischen Frau Fauzia Mubarak Ali und fünf Kindern im Norden Londons. Steven Demetre Georgiou spielte zu Beginn seiner Karriere in Cafés und Lokalen; anfangs versuchte er eine Band zu gründen, entschied sich dann aber, solo zu arbeiten. Da er nicht glaubte, dass sein Geburtsname einem breiten Publikum zugänglich sein würde, wählte er als Künstlernamen „Cat“, nachdem eine Freundin gesagt hatte, er habe die Augen einer Katze und „Stevens“ als Ableitung seines Vornamens.
1966 kam er mit dem Produzenten und Manager Mike Hurst in Kontakt, der ihm einen Plattenvertrag mit Deram Records vermittelte. Die erste Single „I Love My Dog“ wurde ein Achtungserfolg in den Top 30; die beiden Nachfolgesingles „Matthew & Son“ und „I’m Gonna Get Me a Gun“ waren Top-Ten-Hits. The Tremeloes coverten den Titel „Here Comes My Baby“ von Stevens Debütalbum „Matthew & Son“ (März 1967) und erreichten Platz vier der britischen Charts.
1967 tourte Cat Stevens mit verschiedenen Künstlern wie Engelbert Humperdinck, The Walker Brothers und Jimi Hendrix. Stevens zweites Album „New Masters“, das im Dezember 1967 veröffentlicht wurde, platzierte sich nicht in den Charts, obwohl ein Titel aus dem Album, „The First Cut Is the Deepest“ ein kommerzieller Erfolg für P.P. Arnold und später auch für weitere Künstler wurde.
Anfang 1968 erkrankte Cat Stevens schwer an Tuberkulose, verbrachte drei Monate im Krankenhaus und brauchte weitere neun Monate zur Genesung. In dieser Zeit schrieb er nicht nur viele Lieder, die auf seinen nächsten Alben erscheinen sollten, sondern beschäftigte sich auch mit Religionen, Meditationstechniken und Ernährung. Weiter veränderte er 1969 sein äusseres Erscheinungsbild durch einen Vollbart und trat das erste Mal mit einer akustischen Gitarre auf.
Im April 1970 erschien die Single „Lady D’Arbanville“, die erstmals wieder die Top Ten in Grossbritannien erreichte, und, wie auch das Album „Mona Bone Jakon“ (Mai 1970), deutliche musikalische Unterschiede zu seinen ersten beiden Alben aufzeigte. So war „Mona Bone Jakon“ eher Folkrock- und nicht rein Pop-orientiert und zeigte somit den künstlerischen Weg der beiden kommenden Alben auf.
Sein nächstes Album „Tea for the Tillerman“, das ebenfalls 1970 (November) veröffentlicht wurde, brachte den künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. So befinden sich auf dem Album die Titel „Where Do the Children Play“, „Hard-Headed Woman“, „Wild World“ sowie „Father and Son“, die über Jahre viele Radioeinsätze zu verzeichnen hatten und die Popularität von Cat Stevens vergrösserten.
1971 war Stevens für den Soundtrack des Films „Harold and Maude“ verantwortlich, für den er zwei neue Lieder „Don't Be Shy“ und „If You Want to Sing Out, Sing Out“ komponierte, die erst 1984 (in Deutschland schon 1981) zu kaufen waren. Das Soundtrackalbum „Harold And Maude“ erschien erst 36 Jahre später.
Im September 1971 erschien das Album „Teaser and the Firecat“, das wie sein Vorgänger viele bekannte Titel wie „Tuesday’s Dead“, „The Wind“, „Rubylove“, „Moonshadow“, „Peace Train“ und „Morning Has Broken“ beinhaltet, die dazu führten, dass das Album den internationalen Erfolg weiter festigte; es folgte anschliessend eine Tournee durch die Vereinigten Staaten. Es folgten weitere Alben und Best ofs, die Cat Stevens in den 70er Jahren auf viele, viele Touren durch die Welt schickte. Vielleicht hat er sich dabei unterwegs verloren, dass er sich 1975 auf eine nicht mehr enden wollende Sinnsuche begann.
1975 wäre er vor Malibu (Kalifornien) beinahe ertrunken und bezeichnete es als Gottesfügung, dass ihn eine Welle wieder ans Ufer trug. Am 30. Dezember 1977 legte er seinen Künstlernamen Cat Stevens ab. Er hatte zuvor von seinem Bruder David Gordon einen Koran geschenkt bekommen, von dem er sagte, dass er sein Leben völlig verändert habe. Nachdem er im Dezember 1977 zum Islam konvertierte, änderte er seinen Namen am 4. Juli 1978 in Yusuf Islam und hörte auf, Musik zu machen. Vor dieser erheblichen Veränderung seines Lebens war ihm seine Musik das Wichtigste gewesen. Den dazugehörigen Ruhm und Rummel um seine Person hatte er nach eigener Aussage dagegen stets abgelehnt.
Erst 1995 begann er wieder in kleinem Umfang, eigene Musik zu veröffentlichen, die sich als islamische Musik (ohne Gitarrenbegleitung, nur Gesang mit Perkussionsinstrumenten) jedoch deutlich von seiner Musik als Cat Stevens unterschied. In dieser Zeit lehnte er die Gitarre ab, da sie laut eigener Aussage als „westliches Instrument“ nicht zu seiner religiösen Einstellung passe. Sein Sohn brachte ihn schliesslich dazu, wieder Gitarre zu spielen.
Anfang 1997 war Yusuf bei einem Konzert in Sarajevo nach 17 Jahren wieder auf einer öffentlichen Bühne zu sehen. Mit der Wohltätigkeits-CD „I Have No Cannons That Roar“ unterstützte er 1998 den Wiederaufbau Bosnien-Herzegowinas. Im Jahr 2000 veröffentlichte er das Kinderalbum „A Is for Allah“. 2003 nahm er „Peace Train“ für eine Sammel-CD.
Am 10. November 2006 veröffentlichte er unter dem Namen Yusuf nach fast 28 Jahren mit „An Other Cup“ wieder ein Album mit überwiegend neuen Songs. Der Name des Albums ist eine Anspielung auf sein 1970 erschienenes Album „Tea for the Tillerman“, auf dessen Cover auch eine Tasse abgebildet ist. Nach eigenen Angaben will er einen Teil des Verkaufserlöses wohltätigen Zwecken zukommen lassen. Am 25. März 2007 erhielt er einen Echo-Sonderpreis für sein Lebenswerk als Musiker und Botschafter zwischen den Kulturen.
Hier die Biographie über Cat Stevens, pardon Yusuf Islam.