Samstag, 4. Februar 2012
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Hans Albers – Zum 51. Todestag

Sonntag, 24. Juli 2011



Er war der Lieblingsschauspieler der Nazibrut. Hans Albers selbst hatte ein distanziertes Verhältnis zu den Nazis, weil sie ihn von seiner Liebsten trennten. Trotzdem drehte er auch NS-Propagandafilme und blieb in Deutschland. Nicht ganz selbstlos, denn während der dunkelsten Stunden feierte er seine glanzvollsten Erfolge. Albers selbst war jahrelang Alkoholiker und trug über Jahrzehnte ein Toupet. Er starb heute vor 51 Jahren.

Hans Albers wurde als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers („Schöner Wilhelm“ genannt) im Hamburger Stadtteil St. Georg als jüngstes von sechs Kindern geboren. Als Schüler fiel er auf, weil er sich mit den Lehrern prügelte.

Er begann eine Kaufmannslehre, und war in einer Seidenfirma in Frankfurt am Main tätig. Ohne Wissen seines Vaters mit heimlicher finanzieller Unterstützung seiner Mutter nahm er im Neuen Theater in Frankfurt privaten Schauspielunterricht genommen. Nachdem er 1915 zur Armee eingezogen worden war, wurde Hans Albers als Soldat im Ersten Weltkrieg an der Westfront schwer verwundet. Ihm drohte eine Beinamputation, die er energisch ablehnte.

Nach dem Ersten Weltkrieg spielte Albers an verschiedenen Berliner Theatern und an der Komischen Oper vor allem komische Rollen. Sein erster grosser Erfolg war die Rolle des Kellners Gustav Tunichtgut im Stück „Die Verbrecher“ von Ferdinand Bruckner.

Nach über hundert Stummfilmrollen spielte er 1929 im ersten deutschen Tonfilm „Die Nacht gehört uns“ und kurz darauf an der Seite von Marlene Dietrich in „Der blaue Engel“. Die Rolle des Artisten Mazeppa in diesem Film war seine einzige Nebenrolle nach Einführung des Tonfilms. Sein Schauspielerkollege und damaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats des Tobis-Tonbild-Syndikats Emil Jannings hatte dafür gesorgt, dass entscheidende Szenen mit Albers aus der fertigen Fassung herausgeschnitten wurden. 1930 drehte er unter der Regie des späteren Präsidenten der Reichsfilmkammer, Carl Froelich, die Komödie „Hans in allen Gassen“.

In den letzten Jahren der Weimarer Republik war Hans Albers neben sehr erfolgreichen Filmen wie „Bomben auf Monte Carlo“ (1931) oder „F.P.1 antwortet nicht“ (1932) erneut in grossen Theaterrollen zu sehen, wie z.B. zusammen mit Fritz Kortner in „Rivalen“ oder in Franz Molnárs „Liliom“. Letzteres wurde zu seiner Leib- und Magenrolle, die er bis zur Absetzung des Stücks durch die Nationalsozialisten (da Molnár Jude war) und dann wieder nach dem Zweiten Weltkrieg spielte, mit dem Rummelplatz-Ausruferlied „Komm auf die Schaukel, Luise.“


Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er zur Trennung von seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Hansi Burg, gedrängt; Hansi Burg war die Tochter seines jüdischen Mentors Eugen Burg. Nach einiger Zeit gab Albers nach und trennte sich offiziell von ihr. Er lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See. Dort besass er seit 1933 in Garatshausen bei Tutzing eine Villa mit einem 27.000 m2 grossen Grundstück. Albers drehte weiterhin erfolgreich Filme, wenngleich er bis 1945 nicht mehr ans Theater ging, um sich dem Einfluss der Nationalsozialisten zu entziehen. Für Hansi Burg wurde Deutschland indes zu gefährlich. Albers wollte seine Lebensgefährtin in Sicherheit wissen und sorgte dafür, dass sie 1939 über die Schweiz nach England emigrierte. Sie kehrte im Jahr 1946 nach Garatshausen zurück. Albers trennte sich von seiner zwischenzeitlichen Freundin. Albers blieb Zeit seines Lebens ledig und kinderlos. Er lebte bis zu seinem Tod 1960 mit Hansi Burg in Garatshausen bei Tutzing am Starnberger See.

1943 brachte der zum 25-jährigen Jubiläum der Universum Film (UFA) mit grossem Aufwand produzierte Farbfilm „Münchhausen“ einen aussergewöhnlichen Publikumserfolg. Zu den Nationalsozialisten hatte Hans Albers ein distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NS-Funktionäre. So verzichtete er auf die Entgegennahme eines Schauspielpreises aus der Hand von Joseph Goebbels. Dennoch war er bei Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt und konnte daher sehr hohe Gagen fordern und erhalten.

Andererseits beteiligte er sich 1941 an einem NS-Propagandafilm über den brutalen Afrikakolonialisten Carl Peters, in dem er die Hauptrolle übernahm und ihn sogar produzierte. Weitere Propagandafilme unter Mitwirkung von Hans Albers waren „Flüchtlinge“ (1933) und „Henker, Frauen und Soldaten“ (1935). Schon damals trug er ein blondes Toupet.

1943 drehte er gemeinsam mit Ilse Werner unter der Regie Helmut Käutners den Farbfilm „Grosse Freiheit Nr. 7“. Die Dreharbeiten mussten wegen der Bombenangriffe auf Potsdam (Babelsberg) und Berlin, wo die Dreharbeiten begonnen hatten, in Prag fortgesetzt werden. Der Film wurde jedoch wegen seiner düsteren Stimmung bis Kriegsende, abgesehen von seiner Ur- und weiteren Aufführungen in Prag, erst nach Kriegsende öffentlich vorgeführt. Die deutsche Uraufführung im September 1945 im Westteil Berlins war die erste Filmpremiere nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kurz vor Kriegsende begannen die Dreharbeiten zu „Shiva und die Galgenblume“, einem Kriminalfilm in Farbe, der nicht mehr fertiggestellt werden konnte. Unter der Regie des Regisseurs Hans Steinhoff wurde in Prag gedreht. Aufstände und das Heranrücken der Roten Armee führten zum Abbruch der Dreharbeiten und zur Flucht von Stab und Schauspielern in Richtung Westen. Hans Steinhoff kam dabei ums Leben. Albers' erste Produktion nach Kriegsende war der 1947 gedrehte und in Berlin spielende Film „… und über uns der Himmel“, der ihn als Kriegsheimkehrer zeigt. Auch ein riesiger Erfolg „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ mit Heinz Rühmann.

Ein grosses Problem war seine Alkoholabhängigkeit, die er stets zu verschleiern wusste. Sein letzter Film, „Kein Engel ist so rein“ kam 1960 in die Kinos. Er schliesst mit dem von Hans Albers gesprochenen Satz „Das ist das Ende“.

Kurz vor seinem Tod liess er sich von seinem Chauffeur Paul Schraml in seinem Cadillac noch einmal um den Starnberger See fahren. „Ich glaube, das war meine letzte Ausfahrt“, sagte er danach. Am 24. Juli 1960 starb Hans Albers in einem Sanatorium in Kempfenhausen am Starnberger See. Er wurde eingeäschert und die Urne auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in seiner Geburtsstadt Hamburg beigesetzt.

Sehen Sie in der Rubrik „Fullmovie“ den Film „Münchhausen“ mit Hans Albers und gleich da unten einige seiner grössten Hits wie „La Paloma“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb ...“







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