Francesco Rosario Capra schuf in den 30er und 40er Jahren Meisterwerke der Kinogeschichte, für die er auch vier Oscars erhielt. So lustig oder berührend seine Filme waren, so arschlochig verhielt sich Capra bei der grossen McCarthy-Kommunistenhetze. Er arbeitete als Informant für das FBI und verpfiff dabei den einen oder anderen Kollegen. Heute vor 20 Jahren starb Frank Capra 93-jährig.
Die sizilianische Familie Capras emigrierte 1903 in die USA nach Kalifornien. Sein Vater arbeitete dort als Obstpflücker. 1918 machte Frank Capra am California Institute of Technology einen Abschluss als Ingenieur. 1922 suchte eine Hollywood-Produktionsfirma junge Regisseure per Zeitungsanzeige. Die Produktionsfirma ging sehr schnell pleite, doch Capra blieb dem Filmgeschäft erhalten. 1925 begann er in der Drehbuchabteilung von Produzent Hal Roach zu arbeiten. Hier entwickelte er sich zum Comedy-Spezialisten, so dass der Produzent Mack Sennett ihn 1926 für die Filme von Harry Langdon abwarb. Capras Gags machten Langdon zu einem der erfolgreichsten Komiker am Ende der Stummfilmzeit. 1928 engagierte ihn das grosse Studio Columbia Pictures, für das er bis 1941 erfolgreich tätig sein sollte. Hier entwickelte er sich zu einem der ersten und der besten Regisseure der Screwball-Komödie.
Er gehörte zu den wenigen Regisseuren, deren Namen auch einem breiteren Kinopublikum bekannt war. Denn er wollte stets, dass sein Name über dem Titel des Films stand. „The Name above the Title“ nannte er auch seine Autobiographie.
Capra bekam 1934, 1936 und 1938 für „Es geschah in einer Nacht“, „Mr. Deeds geht in die Stadt“ und „Lebenskünstler“ den Oscar für die beste Regie und für den besten Film. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberst und produzierte für die US-Army von 1942 bis 1945 die preisgekrönte Dokumentarfilmreihe „Why We Fight“, die Capra als Antwort auf Leni Riefenstahls Propagandafilm Triumph des Willens verstand.
Sein bekanntester Film ist das Fantasymelodram „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart, der anfangs floppte, dann jedoch zum Weihnachtsklassiker wurde. Einer ähnlichen Beliebtheit erfreut sich seine Komödie Arsen und Spitzenhäubchen mit Cary Grant.
Obwohl seine Filme einen positiven Eindruck auf die Zeit von Roosevelt und seinen New Deal machten (die Drehbuchautoren waren linke Anhänger der Demokratischen Partei), war Capra selbst ein konservativer Republikaner und überzeugter Anti-Kommunist. Für das FBI arbeitete Capra als Informant in der McCarthy-Ära.