Ferdy National war einer unserer besten Velofahrer. Und zwar zu einer Zeit, als Radfahren noch ein Abenteuer war, auch was das Doping angeht. Der Tour de France Sieger von 1950 griff wie alle anderen auch in den Drogentopf. Und zwar so sehr, dass er bei der Tour de France nur noch im Zickzack fuhr. Heute wird die Radsportlegende 92 Jahre alt.
Die Fitness holte sich der junge Ferdinand Kübler, der am 24. Juli 1919 in Marthalen geboren wurde, als Bäckerei-Ausläufer. Als er 21 Jahre alt war, startete er seine Karriere als Velorennfahrer. Bereits zwei Jahre später, 1942, gewann er die Tour de Suisse. 1947 wurde Kübler Sieger der Startetappe der Tour de France und trug so zum ersten Mal das Maillot jaune. 1950 gewann er dann als erster Schweizer die Tour de France und ein Jahr später die Strassenweltmeisterschaft in Varese.
Kübler ist – neben Hugo Koblet 1951 – der einzige Schweizer, der die Tour de France zu gewinnen vermochte. Bis 2009, als Fabian Cancellara ihn überholte, war er auch der Schweizer, der das Maillot Jaune des Führenden am häufigsten – auf zwölf Etappen – trug. Bei der Tour de France 1955 soll Kübler gedopt gewesen sein. Er fuhr Zickzack beim Aufstieg zum Mont Ventoux und schrie nach dem Ende des Rennens herum. Die Kommissäre fanden bei Zimmerkontrollen Dopingmittel und Spritzen. Dies verneint Ferdy National allerdings bis heute.
Ferdy Kübler beendete 1957 seine Radsportkarriere nach 2300 Rennen und 400 Siegen. Danach war er im Sportmarketing tätig. Er ist der älteste noch lebende Tour-de-France-Sieger. 1983 wurde er zum populärsten Schweizer Sportler der letzten 50 Jahre gewählt und wird auch der Adler aus Adliswil genannt, obwohl er mit seiner Frau Christina in Birmensdorf wohnt.
Auch heute, mit seinen 92 Jahren, ist Kübler noch aktiv. Heute spielt er leidenschaftlich gerne Golf, sein Handicap liegt bei 22.
Hier der Trailer über den Film über Hugo Koblet, in dem Ferdy Kübler auch stattfindet.