Die Welt schaut weiterhin gebannt auf das sprudelnde Ölleck im Golf von Mexiko, unwissend, dass dies nur eines von 27'000 alten Bohrlöchern im Golf von Mexiko ist, von denen keiner weiss, ob sie noch so aktiv sind wie das berühmteste BP-Leck. Dies meldete „CBS News“ und erschreckte mit weiteren Fakten, dass Tausende dieser Öl- und Gasquellen unversiegelt sind und vielleicht seit Jahrzehnten die Meere vollsauen.
Über 27'000 aufgegebene Öl- und Gasquellen gibt es am Golf von Mexiko. Weder Industrie noch Regierung fühlen sich verpflichtet, nachzugucken, ob diese Quellen nicht lecken oder sogar noch aktiv sind. Obwohl es darunter 3'500 Quellen gibt, die als „vorübergehend aufgegeben“ gekennzeichnet werden. Das heisst, die Quellen sind angezapft und provisorisch stillgelegt. Diesen Status haben viele Ölquellen bereits seit Jahrzehnten, weil viele Bohrfirmen so die vorschriftsmässige Abdichtung und Versiegelung umgehen. Das berichtete „CBS News“ unter Berufung auf „Associated Press“.
Das ökologische Pulverfass am Meeresboden wird von niemandem kontrolliert und könnte bereits seit Jahren die Weltmeere verschmutzen. Denn die ältesten, aufgegebenen Quellen gehen bis in die 40er Jahre zurück. Dabei wurden die meisten Ölquellen nicht versiegelt, sondern lediglich provisorisch abgedichtet. Ob es bereits zu Katastrophen gekommen ist, weiss niemand. Denn wie „CBS“ berichtet, ist dies durchaus möglich, denn die an Land stillgelegten Quellen haben gezeigt, dass sie sehr oft undicht sind und über Jahre leck sind. Das wird wohl im Wasser nicht besser sein, vor allem weil Betonversiegelungen und Rohrleitungen im Meer korrodieren können. Aber das grösste Problem ist ein ganz anderes, wie Andy Radford, ein Erdöl-Ingenieur des American Petroleum Institute meint: „Wechselnde geologische Bedinungen können dazu führen, dass ein stillgelegtes Bohrloch wieder aktiv werden kann. Wie ein ruhender Vulkan, der wieder aktiv wird.“
Unzählige Berichte der US Environmental Protection Agency zeigen, dass stillgelegte Ölquellen tatsächlich eine Zeitbombe sein können und auch nach Jahren wieder aktiv werden können. Von Seiten der Ölfirmen heissts dagegen, dass ein versiegeltes Loch absolut bombensicher und für ewig ist. «Es ist im Interesse aller Beteiligten es richtig zu machen», sagte Bill Mintz, ein Sprecher für Apache Corp, die mindestens 2100 aufgegebene Brunnen in der Golfregion hat.
Doch kontrolliert wird keines dieser stillgelegten Bohrlöcher. Weder Regierung noch die Ölfirmen sehen sich verpflichtet, ab und zu mal wieder nachzugucken. US Umweltbeamte schätzen aber, dass Zehntausende Borhlöcher schlecht bis gar nicht abgedichtet sind. Das bedeutet, dass niemand wirklich weiss, wie viele verlassene Quellen undicht sind und welche Borhlöcher bereits wieder aktiv sind.