Ein dreifaches Tratratrallalla zum 77sten, Jörg Schneider
Dienstag, 7. Februar 2012
Was haben wir ihn geliebt, den Chasperli. Was haben wir als Kinder gelacht, wenn er in lustigen Theaterrollen den Löli machte. Und was haben wir uns als Jugendliche geschämt, als er blutt neben einer noch blutteren Silvia Jost in der Depro-Soap „Motel“ zu sehen war. Es war der erste Busenblitzer-Skandal der Schweiz. Huch! Heute wird Jörg Schneider 77.
Jörg Schneider hat wohl mehr goldene Schallplatten zuhause, als Piero Esteriore, Baschi und Carmen Fenk zusammen. Zwei Millionen Platten hat Jörg Schneider mit seinen Chasperlitheatern verkauft. 41 Stücke vertonte er zusammen mit Ines Torelli und Paul Bühlmann 1967 bis 1976.
Bevor er Chasperli wurde, machte er das KV und besuchte das Lehrersemi. Seit 1958 ist er aber weder Lehrer noch Buchhalter, sondern Schauspieler. Seine Karriere begann 1958 mit dem Auftritt in einer Fernsehfassung von „Pünktchen und Anton“. Ab 1963 war Schneider gemeinsam mit Vico Torriani in Schlagerparaden zu sehen. Von 1974 bis 1979 spielte er in Livekrimis von SF DRS einen Detektiv.
Aber am meisten war Jörg Schneider auf der Bühne zu sehen. Seit Ende der 70er Jahre tourte er mit unzähligen Dialektstücken durch die Schweiz, bevor sie dann im Fernsehen gezeigt wurden. Jedesmal ein TV-Highlight. Und dann kam 1984 Motel. Noch nie hat die Welt ein depressiveres TV-Format gesehen, es war das abgefilmte Unwohlsein, einfach schrecklich. Ausgerechnet in dieser Serie spielte Jörg Schneider einen runtergekommenen Koch, der sogar mit Silvia Jost in der Pfanne landete und dabei für den ersten Busenblitzer-Skandal der Schweiz sorgte. Dann spielte Jörg Schneider noch in „Lüthi und Blanc“ mit.Jörg Schneider lebt glücklich und kugelrund in Uster und ist verheiratet. Schon ewigs.