Jeder Mensch hat eine Aufgabe im Leben. Edgar Wallace’ Bestimmung war es, die Leute zu gruseln und zu tschuddern. Er machte seine Arbeit sehr gut und sehr schnell, warum er auch bereits mit 56 Jahren am 10. Februar 1932 starb. Wallace Bücher hinterlassen auch heute noch eine Gänsehaut. Denn seine Krimis sind nach wie vor Meisterwerke der Literatur. Da würde uns jeder Literatur Professor recht geben, oder?
Bevor Edgar Wallace einer der erfolgreichsten englischsprachigen Schriftsteller wurde, wuchs er als Adoptiv-Sohn eines Fischhändlers in London auf. Er hatte keine Schulausbildung, aber krampfte sich im Burenkrieg bis zum Kriegsberichterstatter in Südafrika hoch. Nach seiner Rückkehr nach London arbeitete er als Journalist und Sonderberichterstatter. Er schrieb in seiner ersten Zeit vor allem Bücher über Afrika.
1905 erschien im Eigenverlag sein erster Kriminalroman „Die vier Gerechten“, der zwar ein Publikumserfolg war, aber für Wallace ein finanzielles Desaster bedeutete. Er hatte jedem, der die Lösung des Buches erraten würde, einen Preis in Höhe von 500 Pfund versprochen, für damalige Zeiten eine ungeheure Summe. Zu viele Menschen errieten das Ende des Romans, und er war damit finanziell am Ende. Es war nur dem Eingreifen von Lord Harmworth von der Daily Mail zu verdanken, dass Edgar Wallace diese Pleite überstand.
Wallaces berühmtester Krimi war „Der Hexer“, der als Theaterstück am 1. Mai 1926 uraufgeführt wurde und ein riesiger Erfolg war. In Deutschland fand die Uraufführung 1927 am Deutschen Theater in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt statt. Für die erste Verfilmung seines Romans „The Squeaker“ (dt. „Der Zinker“, 1930) schrieb er nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch selbst Regie.
Wallace litt wahnsinnig unter Erfolgsdruck und hatte einen sehr exzessiven Lebensstil, seine Spielsucht brachte ihm hohe Schulden ein. Er wurde stark übergewichtig und erkrankte an Diabetes, die nicht behandelt wurde. Auf einer Amerika-Reise starb er im Alter von noch nicht mal 57 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Er hinterliess seinen Erben erhebliche Schulden. Doch durch die Tantiemen seiner Werke konnten diese innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden. Noch heute belaufen sich die Tantiemen auf ca. 1 Million Euro im Jahr. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt.
In Deutschland ist Edgar Wallace vor allem durch seine Filmreihe berühmt geworden. Nach dem 1959 gedrehten deutschen Spielfilm „Der Frosch mit der Maske“ gab es in den 1960er- und 1970er-Jahren einen regelrechten Edgar-Wallace-Boom in Deutschland mit 38 Wallace-Verfilmungen wie zum Beispiel „die Toten Augen von London“. Viele dieser Filme wurden mit dem Spruch „Hallo, hier spricht Edgar Wallace!“ eingeleitet. In den Filmen stellte Klaus Kinski oft den Verbrecher oder einen Verdächtigen dar. Zu weiteren Stammschauspielern der deutschen Serie gehörten auch Edi Arent, Joachim Fuchsberger, Siegfried Schürenberg und Heinz Drache. Noch heute sind diese Filme Kult und der Grund für unsere „Edgar Wallace“-Woche.
Edgar Wallace: «Der Frosch mit der Maske» - Trailer Edgar Wallace: «Der Hexer» - Trailer Edgar Wallace: «Der schwarze Abt» - Trailer