Sage und schreibe 16 Horrorfilme, darunter auch „The Texas Chainsaw Massacre“, nahmen die Taten von Ed Gein als Basis für ihre Geschichte. Denn Ed Gein ermordete Frauen, weidete sie aus und machte aus ihrer Haut Gesichtsmasken und Sitzbezüge, den Rest ass er. Heute vor 27 Jahren starb „Leatherface“. Nicht auf dem elektrischen Stuhl, sondern 78-jährig an Krebs.
Der Grund, dass aus einem Mensch ein Monster werden kann, liegt meistens in der Kindheit. Ed Geins Kindheit war besonders beschissen. Gein kam 1906 als zweites Kind von George P. Gein und dessen Frau Augusta T. Lehrke zur Welt. Gein hatte einen älteren Bruder, Henry G. Gein (1901–1944). Geins Vater war stets betrunken, arbeitslos und extrem gläubig. Keine gute Kombination, wie sich zeigen sollte. Denn der besoffene Christ prügelte seine Söhne regelmässig grün und blau.
Es war vor allem Geins Mutter, welche die Familie mit ihrem kleinen Lebensmittelladen über Wasser halten musste. Nachdem sie genug Geld angespart hatte, kaufte Frau Gein eine Farm in der Nähe von Plainfield, die zum Hauptwohnsitz der Familie wurde. Sie wählte diese verlassene Gegend, um ihre heranwachsenden Söhne von jeglichem äusseren Einfluss abzuschotten. Sie durften das Grundstück nur für den Schulbesuch verlassen.
Mrs. Gein, eine religiöse Fanatikerin, predigte ihren Söhnen die Sündhaftigkeit menschlicher Sexualität. Sie wiederholte ständig, dass alle Frauen „Huren“ seien und Sex ausschliesslich der Fortpflanzung, aber nicht dem Genuss dienen sollte. Sie las ihnen jeden Tag aus der Bibel vor, vor allen Dingen jene Teile, in denen es um Tod und Verderben geht.
Geins Vater starb 1940. Vier Jahre später kam es auf der Familienfarm zu einem Grossfeuer, in dem Geins Bruder ums Leben kam. Der Polizei gegenüber sagte Edward aus, er hätte seinen Bruder im dichten Qualm aus den Augen verloren, konnte sie aber direkt zu seinem Leichnam führen. Obwohl bei Henry Gein ein Schädeltrauma festgestellt werden konnte, wurde „Erstickungstod“ in die Sterbeurkunde eingetragen. Henry Gein gilt daher als mögliches erstes Opfer seines Bruders. Nachdem im darauffolgenden Jahr die Mutter gestorben war, lebte Gein allein auf dem elterlichen Grundstück.
Das krankhafte Verhalten hatte bei Gein begonnen, als seine Mutter verstorben war, an welcher der Junggeselle emotional sehr hing. Am 8. Dezember 1954 ermordete Gein die 51-jährige Gaststätteninhaberin Mary Hogan in Pine Grove, Wisconsin. Am 16. November 1957 wurde die 58-jährige Ladenbesitzerin Bernice Worden aus ihrem Geschäft in Plainfield entführt und ermordet. Als Polizisten am nächsten Tag Geins Farmhaus überprüften, fanden sie neben der ausgeweideten Leiche Wordens auch Teile verschiedener anderer Leichen (mindestens 15), darunter eine Sammlung Nasen, weibliche Geschlechtsorgane und Masken aus menschlicher Gesichtshaut. Es konnte bewiesen werden, dass er mindestens zwei der Frauen ermordet hatte. Die restlichen Leichen hatte Gein auf Friedhöfen ausgegraben und verstümmelt. In einer Pfanne auf dem Herd fand man ein Herz – anderen Berichten zufolge in einer Papiertüte neben dem Herd. Ob Gein tatsächlich auch ein Kannibale war, blieb jedoch unklar. Ed Gein wurde verhaftet und gestand später zwei Morde. Er wirkte vollkommen gelassen und schien die Morde nicht als Verbrechen anzusehen, weshalb er sie auch selbst zugab. Da er als nicht schuldfähig angesehen wurde, überwies man ihn in das Central State Hospital in Waupun, Wisconsin. Im November 1968 wurde er dann doch noch für schuldfähig erklärt, vor Gericht gestellt und verurteilt. Das Gericht wies ihn abermals in das Central State Hospital ein, wo er am 26. Juli 1984 an Krebs starb.