Dritte Welt wird fettsüchtigSamstag, 28. Januar 2012




Ist von der Dritten Welt die Rede, hat man sofort das Bild von abgehungerten Kindern im Kopf. Das mag an manchen Orten der Welt immer noch zutreffen, aber es stellt sich den Drittweltländern immer mehr ein anderes Problem: Fettsucht. Die OECD hat die Entwicklungsländer aufgefordert, schnell zu handeln, damit eine Fettsucht-Epidemie noch verhindert werden kann.Laut einer Studie steigt die Anzahl der Betroffenen in Drittweltländern stark an. Das Fachmagazin „The Lancet“ meint, dass vor allem in Ländern mit geringem Einkommen die gesundheitlichen Auswirkungen des westlichen Lebensstils gewachsen sind. Der Anteil der Übergewichtigen in Brasilien und Südafrika liegt schon heute über dem OECD-Durchschnitt, der bei 50 Porzent liegt. Die Hälfte aller Erwachsenen der OECD-Ländern ist also übergewichtig oder sogar fettsüchtig. Mit Werbekampagnen soll nun die Bevölkerung sensibilisiert werden, bevor es zu spät ist. Welche gigantischen Kosten die gesundheitlichen Folgen durch Krebs, Diabetes oder Herz/Kreislauf-Probleme entstehen, davon können die Erstweltländer ein Liedlein singen: Es heisst "Gesundheitskostenexplosion".
Sehen Sie dazu die Doku „We feed the World“. Diese preisgekrönte und Doku von Erwin Wagenhofer ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - ein Film über den Mangel im Überfluss. Er gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat.
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