Unser Nachbar ist im Krieg. In Afghanistan kämpfen deutsche Soldaten für ... was eigentlich? Ein Reporterteam des ZDF hinterfragte den deutschen Afghanistan-Einsatz und kam zu keiner Antwort. Kein Wunder wurde die Dokumentation letzten Mittwoch erst um 0.35 Uhr ausgestrahlt – in der Hoffnung, die Doku möge niemand sehen. Doch hier bei uns können Sie sie nochmals sehen.
Den deutschen Bürgern wurde der Bundeswehreinsatz als zwar bewaffneter, dennoch humanitärer Einsatz verkauft. Es handelte sich allerdings nie um einen solchen, sondern um einen echten Krieg, der mit 142 afghanischen Zivilisten durch deutsche Hand letzten September ihren traurigen Höhepunkt erreichte.
Vor ein paar Tagen zeigte das ZDF die Dokumentation mit dem Titel: „Die Afghanistanlüge – Die Soldaten, die Politik und der Krieg“. Ausgestrahlt wurde sie um 0.35 Uhr, zu einer Zeit, in der man wohl beim ZDF gehofft hat, dass alle schlafen. Die Zentrale Aussage der Doku: Es ist eine Lüge, den Einsatz der deutschen Bundeswehrsoldaten „am Hindukusch“ als Stabilisierungs-Einsatz zu verkaufen. Dass in Afghanistan wohl ein bisschen mehr los ist, als bisher gesagt und berichtet wurde, macht der Film deutlich, auch wenn nicht explizit betont wird, dass der Krieg völliger Irrsinn ist. Doch eines wird klar. Ausser die Verteidigung der Höhe 431, einem Hügel, gibt es keinen sinnvollen Zweck für die Deutschen im Krieg.
Das kann uns Schweizern nicht ganz egal sein. Schliesslich ist der Krieg damit nur ein paar Kilometer von uns entfernt. Dabei geht es nicht bloss um die nun echte Terrorgefahr, weil die Deutschen afghanische Zivilisten niedermetzeln und damit natürlich ins Visier von Rache-Kriegern gerät, sondern auch wegen traumatisierter Kriegssoldaten, die sich wie eine tickende Zeitbomben unter uns bewegen.
Die Afghanistan-Lüge. Ein Film von Mathis Feldhof, Hans Ulrich-Gack, Andreas Huppert