Obwohl Dave Grohl heute erst 43 Jahre alt wird, hat er schon mehr Musikgeschichte geschrieben als Jim Morrison und die Ramones zusammen. Überall, wo eine gute Band einen guten Trommler, Gitarristen oder Sänger braucht: Dave Grohl steigt ein.
Eigentlich war es ganz schön Scheisse für Dave Grohl, als sich Kurt Cobain eine Ladung Schrot ins Hirn ballerte. Nicht nur, weil er einen Freund verlor, sondern auch, weil damit seine eben gerade sehr erfolgreich gestartete Karriere als Nirvana-Trommler ein jähes Ende fand. Doch für Dave Grohl war Cobains finaler Schuss erst der Startschuss für eine Karriere, die den Legendenstatus von Kurt Cobain bald übertreffen wird. Aber eins nach dem anderen.
Dave Grohl am am 14. Januar 1969 in Warren, Ohio zur Welt und wächst in Springfield, einem Vorort von Washington D.C. auf. Wie Bart Simpson. Als kleiner Schlagzeug-Pups trommelte er auf allem möglichen herum, was sich gerade in der Nähe befand. Seine musikalische Sozialisation erfuhr er durch einen Plattenspieler, den Mutter Grohl, eine Lehrerin, aus der Schule mitbrachte. Diesen malträtierte er mit Led Zeppelin, Kiss, Motörhead, Black Flag Venom, Voivod, King Diamond und anderen Metal-Helden der ausgehenden Siebziger und beginnenden Achtziger.
Nach ein paar kleineren Bands schloss er sich 1990 einer Combo aus Seattle an, die bis dato nur durch eine wenig beachtete Scheibe («Bleach») auf dem Indie-Label Sub Pop in Erscheinung getreten ist. Der Rest ist Geschichte.
Als das Ende von Nirvana abzusehen war und Kurt Cobain sich 1994 dann tatsächlich selbst subtrahierte, war es Dave Grohl, der es im Gegensatz zu Krist Novoselic schaffte, aus dem übermächtigen Schatten der Grunge-Kings heraus zu treten. Bereits ein Jahr danach war er mit seiner neuen Band Foo Fighters am Start. Er wechselte vom Schlagzeug ans Mikro und spielte zusätzlich Gitarre. Kritiker, die den Foos schon vorab ein kurzes Leben prophezeiten, mussten ihre Vorhersagen revidieren. Die Foo Fighters avancierten ab 1997 zu Top-Sellern, die immer noch grosse Festivals headlinen.
Der Tausendsassa Grohl ging jedoch auch abseits der Foo Fighters seine eigenen Wege. So war er zum Beispiel genauso auf David Bowies Album «Heathen» zu hören, als auch bei Killing Joke, Garbage, Julliette & The Licks, Lemmy, Jack Black und natürlich Queens Of The Stone Age. Mit Queens Of The Stone Age spielte er sogar einige Sets auf der ersten Tournee.
2003 heiratete Grohl die ehemalige MTV-Produzentin Jordyn Blum. Bei der Zeremonie in Grohls Haus in L.A. waren auch Jack Black von Tenacious D. und Krist Novoselic anwesend. Es ist Grohls zweite Ehe, von 1993 bis 1997 war er mit der Fotographin Jennifer Youngblood liiert. Im April 2006 erblickte Dave Grohls Tochter Violet Maye das Licht der Welt, ihr folgte im April 2009 das zweite Mädchen Harper Willow. Und noch ein Baby ist letztes Jahr dazu gekommen: Them Crooked Vultures, eine Supergruppe mit seinem alten Kumpel Josh Homme (Queens Of The Stone Age, Kyuss) und seinem grossen Idol John Paul Jones (Led Zeppelin). Das tönt schon so wahnsinnig geil. Aber auch in echt. Hören Sie selbst:
THEM CROOKED VULTURES - No One Loves Me & Neither Do I Taylor Hawkins & Dave Grohl Drum