Jährlich verschwinden in Europa zehntausende von Kinder spurlos. Meist sind es Kinder, die unbegleitet aus ihrem Heimatland geflohen sind. Was passiert mit diesen Kindern? Man vermutet das Schlimmste. Denn suchen tut niemand nach den armen Kindern.
Rund die Hälfte aller Kinder, die in Asylzentren landen, verschwinden. Spurlos. Niemand sucht nach ihnen, niemand interessiert sich für sie. Nicht bloss in Haiti, sondern auch hier, vor unserer Haustür. Das Kinderhilfswerk Terre des hommes (Tdh) enthüllte in einer kürzlich veröffentlichen Studie Schreckliches: Auch in der Schweiz sind alleine im Jahr 2008 631 Kinder verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. 1393 Kinder verschwanden in Belgien und über 5000 schätzte Frankreich für 2008.
Nach einer Studie der EU-Grundrechteagentur sollen allein in Europa bis zu 100 000 Minderjährige Opfer von Kinderhandel sein. Niemand weiss genau, was mit ihnen geschieht. Aber die Indizien häufen sich: sie werden zum Betteln und zum Sex gezwungen, werden an kinderlose Ehepaare verkauft und als Organspender missbraucht.
Jean Zermatten, Vizepräsident des UNO-Ausschusses für Kinderrechte fordert: „Verschwindet ein Kind aus einer Institution, aus welchem Grund auch immer, müssen die sonst üblichen Verfahren ausgelöst werden. Für unbegleitete, Asyl suchende Kinder, darf es hier keine Ausnahme geben.“ Denn verantwortlich fühlt sich für das Aufspüren dieser Kinder niemand. Obwohl gerade elternlose Ayslsuchende Kinder besonders schutzlos sind und damit leichte Beute für die schlimmsten aller Verbrecher. Auch Peter Brey, CEO der Stiftung Terre des hommes – Kinderhilfe (Tdh), des grössten Schweizer Kinderhilfswerks meint: „Wer kümmert sich um diese Kinder? - Auch in der Schweiz, müssten die Behörden dafür sorgen, dass für alle unbegleiteten Minderjährigen unabhängige Fürsprecher oder Beistände bereit stehen.“