Sie war „die Dicke“ bei den Mamas & Papas. Nicht böse gemeint, aber ihr Gewicht wurde Cass Elliot zum Verhängnis, als sie am 29. Juli 1974 starb. Die erst 33-jährige verschluckte sich nicht an einem Schinkensandwich, wie Legenden gerne behaupten, sondern starb an einer Herzschwäche, die sie sich mit Schockdiäten, Alkoholexzessen und Bergen von Drogen holte.
Cass Elliot wurde als Ellen Naomi Cohen in Baltimore geboren und wuchs in Washington D. C. auf. Vor ihrem Highschool-Abschluss begann sie mit dem Singen und der Schauspielerei und ging nach der Schule, Anfang der 60er Jahre, nach New York City, dem damaligen Zentrum der Folk Musik. Sie sang in mehreren Folk-Bands, bis sie Mitte der 60er John Phillips und seine Ehefrau Michelle sowie Denny Doherty kennen lernte. Gemeinsam gründeten sie die Band The Mamas and the Papas.
Die Band existierte zwar nur kurze Zeit, schuf aber die Flower-Power-Bewegung prägende Hits wie „California Dreamin“ und „Monday, Monday“. Cass Elliots Version von „Dream a Little Dream of Me“ ist wohl die bekannteste Interpretation dieses Liedes. Nach der Auflösung der Band 1968 und der Geburt ihrer Tochter Owen Vanessa im Jahr 1967 versuchte sie sich an einer Solokarriere. „It's Getting Better“ und „Make Your Own Kind Of Music“ sind ihre bekanntesten Solo-Hits. Neben den zwei Solo-Alben „Dream A Little Dream“ (1968) und „Bubble Gum, Lemonade & Something For Mama“ (1969) nahm sie 1970 ein Duett-Album mit Dave Mason auf, sang in TV-Shows zusammen mit Johnny Cash und Julie Andrews und trug zu verschiedenen Filmsoundtracks bei (z. B. „The Doctor's Wife“ und „Pufnstuf“).
1971 reformierte sich die Band, um ein letztes gemeinsames Album aufzunehmen, das dann allerdings weniger erfolgreich als die Vorgängeralben war. Auch die Solokarriere von Mama Cass geriet ins Stocken, was vor allem in Cass' Drogen- und Alkoholexzessen begründet lag. Nach der endgültigen Trennung von The Mamas und Papas sollte 1972 für den Neubeginn ihrer Karriere stehen. Es folgten drei weitere. Erfolge in den Single- oder Albumcharts blieben allerdings aus.
In Europa hatte Cass 1974 mit ihrer Soloshow grossen Erfolg. Die Konzerte im London Palladium waren zwei Wochen lang ausverkauft, doch starb sie innerhalb dieses Zeitraums in der Wohnung des befreundeten Musikers Harry Nilsson an einem Herzinfarkt. Die Legende, sie sei an einem Schinken-Sandwich erstickt, hat sich bis heute erhalten, entspricht allerdings nicht der Wahrheit. Vielmehr hatte die seit ihrer Jugend stark übergewichtige Cass Elliot ihr Herz bei Versuchen, ihr Gewicht durch Schockdiäten zu reduzieren, so stark geschädigt, dass sie schliesslich einer Herzschwäche erlag.
Sehen Sie hier darum ein paar der schönsten Hits mit Mama Cass.