Eigentlich wurde aus Li Jun-fan nur der grösste Kampfkünstler des 20. Jahrhunderts, weil er sich gegen die britischen Kinder in seiner Hongkonger-Schule zur Wehr setzen wollte. Dabei war Bruce Lee vor allem ein leidenschaftlicher Cha-Cha-Tänzer und verdiente sich damit auch sein Geld, bevor er als Ikone des Martial-Arts-Film in die Geschichte einging. Bruce Lee starb überraschend unter mysteriösen Umständen, heute vor 38 Jahren.
Während sich seine Eltern auf einer Tournee in San Francisco aufhielten, wurde Bruce Lee dort 1940 geboren – das machte ihn zum amerikanischen Staatsbürger. Bereits ein Jahr später kehrte er mit seiner Familie nach Hongkong zurück. Nach Absolvierung der Grundschule wurde Lee mit zwölf Jahren in Hongkong auf einer katholischen Knabenschule, dem La-Salle-College, zugelassen. Auf Grund der vorherrschenden Rivalität zwischen chinesischen und britischen Schülern kam es nach der Schule oft zu Schlägereien. Schon bald bat Lee seine Mutter, Kampfkunstunterricht nehmen zu dürfen, um sich verteidigen zu können. So lernte er Kung Fu. Bereits als Kind und Jugendlicher absolvierte er dort erste Auftritte unter dem Namen «Li Hsiao-lung» in Hongkong-Filmen wie beispielsweise «Golden Gate Girl» oder «The Beginning of a Boy».
Neben dem Kampfsport widmete sich Bruce Lee auch dem Tanzen. Er nahm an etlichen Tanzmeisterschaften teil und brachte es bis zum Cha-Cha-Meister von Hongkong. 1959 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und studierte Philosophie an der University of Washington. Während seiner Studienzeit gab er Kung Fu-Unterricht. Dabei lernte er seine spätere Frau Lind Emery kennen, die er im Jahr 1964 heiratete. Aus dieser Verbindung ging Sohn Brandon Lee und Tochter Shannon hervor.
Nach dem Studium begann Bruce Lee in amerikanischen Filmproduktionen seine Laufbahn als Kampfkunst-Genie. Bruce Lee entwickelte seinen eigenen Kampfstil, den er als «Jeet Kune Do» bezeichnete und in eigenen Sportschulen verbreitete. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem James Coburn und Steve McQueen. Bruce Lees erste Rollen waren noch Auftritte in TV-Serien wie «Batman» und «The Green Hornet».
Enttäuscht vom amerikanischen Filmstil wandte sich Bruce Lee nach Hongkong. Dort entstand eine Zusammenarbeit mit dem Produzenten Raymond Chow und im Jahr 1971 Bruce Lees erster Film «The Big Boss» nach Art der Hongkong-Filme. Das Werk sowie auch sein Film «The Fist of Fury» wurden ein voller Erfolg. Bruce Lee gründete seine eigene Filmproduktionsgesellschaft. Anfang der 70er Jahre entstanden dann die Filme «Die Todesfaust des Cheng Li» und «Todesgrüsse aus Shanghai», durch die Lee weltweit zum Superstar des Genres wurde.
Bruce Lee und Produzent Chow unterbrachen die Dreharbeiten seines nächsten Films mit dem Titel «The Game of Death» für die englischsprachige Hollywood-Produktion «Der Mann mit der Todeskralle». Die unterbrochene Filmarbeit wurde im Jahr 1977 kurzerhand als «Mein letzter Kampf» herausgebracht. 1973 feierte Bruce Lee sein Regiedebüt, zugleich war er auch Hauptdarsteller und Drehbuchautor des Films «Die Rückkehr der Todeskralle». Im gleichen Jahr lief der Film «Die Todeskralle schlägt wieder zu».
Die Dreharbeiten zu Der Mann mit der Todeskralle nahmen Lee physisch und psychisch so stark in Anspruch, dass er am Nachmittag des 10. Mai 1973 auf den Gängen der Golden-Harvest-Studios zusammenbrach. Er wurde mit Atemnot und Schüttelkrämpfen umgehend ins Krankenhaus gebracht. Nach eingehender Untersuchung in Hongkong und anschliessend auch in Los Angeles wurden ein Hirnödem und ein epileptischer Anfall diagnostiziert.
Nach der Verordnung diverser Medikamente kehrten Bruce und Linda Lee beruhigt zu den Dreharbeiten nach Hongkong zurück. Hier wollte Lee die noch laufende Post-Production fertigstellen und dann mit seiner Familie nach Los Angeles zurückkehren. Bei Besprechungen zum Film Game of Death mit seiner Filmpartnerin Betty Ting Pei und Raymond Chow, am Abend des 20. Juli 1973, wurde er nach Einnahme eines Schmerzmittels bewusstlos ins Queen-Elisabeth-Hospital in Hongkong eingeliefert, da Raymond Chow einen Krankenwagen über einen vertrauten Arzt rief. Lee hatte sich nach dem anstrengenden Tag bei seiner Filmpartnerin Betty Ting Pei ausgeruht und zuvor von ihr ein Kopfschmerzmittel erhalten. Sein Körper zeigte keinerlei Reaktionen auf alle Wiederbelebungsversuche der Ärzte.
Laut Obduktionsbericht und diversen medizinischen Gutachten starb Bruce Lee an den Folgen einer Hirnschwellung, ausgelöst durch eine allergische Reaktion auf das verabreichte Schmerzmittel. Einer neueren Untersuchung zufolge könnte er aber durch einen epileptischen Anfall, bei dem Herz- und Lungentätigkeit versagten, gestorben sein. Bruce Lee wurde nur 32 Jahre alt.