Gefälschte Bilder, gekaufte Journalisten: Nun soll BP auch noch Wissenschaftler bestochen haben, damit diese das Unglück am Golf von Mexiko untersuchen, aber ihre Erkenntnisse zunächst nicht veröffentlichen. Ist es wirklich Zufall, dass so viele Indiskretionen plötzlich aufgedeckt werden oder sind wir alle Zeuge einer gigantischen PR-Schlacht zwischen BP und jenen, die BP kaufen werden, wenn der Konzern erst mal ganz am Boden liegt.
„Ölleck abgedichtet“, hiess die gute Nachricht letzte Woche. Und gleich darauf: „Wieder ein Leck!“ Fast kommt es einem so vor, als warte die eine gute Nachricht nur auf die nächste schlechte. Besonders perfid sind dabei Nachrichten wie jene von gefälschten Bildern, die BP in Umlauf gebracht haben soll. Gestern las man nun, dass BP sich das Schweigen der Wissenschaftler erkaufen wolle.
Dabei muss man sich vor Augen halten, dass Berichterstattungen vor Ort nicht erlaubt sind und jede Nachricht nur via Presseagentur an die Medien gelangt. Am Ende weiss also niemand genau, was wirklich stimmt und was nicht. Suspekt finden wir allerdings, wie krass BP im Visier von Negativ-Publicity ist, die im Maschinengewehr-Tempo verschickt werden. Kaum gibt es eine gute Nachricht, kommen mindestens drei negative hinterher. Dazu gehören auch Artikel wie jener, der im „Guardian“ erschienen ist. Darin geht es um die Witwe eines der elf getöteten Arbeiter. Sie sagt, dass ihr Mann vor der Explosion von Schwierigkeiten erzählt habe und dies als Message aus der Hölle verstanden haben will: „Mother Nature just doesn't want us to drill here“.
Ein weiterer PR-Schlag unter die Gürtellinie ist für den britischen Petroleumkonzern die neueste Nachricht: So wirft Cary Nelson, der Vorsitzende der Vereinigung der Hochschullehrer, BP vor, das Schweigen der Wissenschaftler erkaufen zu wollen. Der Konzern habe verschiedene Wissenschaftler zur Zusammenarbeit angefragt. Allerdings müssten sich diese vertraglich verpflichten, keine Informationen weiterzugeben und zu schweigen. Ausserdem müssten die Forscher, denen bis zu 250 Dollar pro Stunde für ihre Dienste angeboten worden sein sollen, sich an die Anweisungen der BP-Rechtsanwälte halten. „Hier versucht ein riesiger Konzern, sich akademisches Schweigen zu erkaufen“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP Cary Nelson. Was Cary Nelson verschweigt: Fast alle Wissenschaftler werden an eine vertragliche Schweigepflicht gebunden, selbst bei kleinen Forschungsaufträgen.
Nicht, dass wir auf irgendeine Art und Weise BP in Schutz nehmen wollen, aber uns kommt es ein bisschen seltsam vor, wie Indiskretionen wie Pilze aus dem Boden schiessen und in den Medien breite Akzeptanz findet. Besonders bei den sogenannten alternativen Medien: Sie lassen sich unkritisch für die Kampagne gegen BP vor den Karren spannen. Ist dies bereits eine der ersten Kampagnen, die Obamas neu eingeführte Abteilung zur Unterwanderung der „alternativen“ Medien lanciert hat?
Seite3.ch steht der ganzen Sache äusserst kritisch gegenüber und beendet hiermit die Berichterstattung über das BP-Ölleck. Zu unseriös sind sämtliche Quellen. Und damit sind nicht die „alternativen“ Medien gemeint, sondern vor allem die „renommierten“ Medienagenturen, die nicht weniger korrupt sind als rumänische Strassenpolizisten.
Nur etwas scheint uns im Moment Realität zu sein: Die Aktienkurse von BP sind am Boden. Der Konzern wird schon bald für ein Butterbrot übernommen werden - ein Milliardengeschäft für den Käufer, der wohl zugleich auch derjenige war, der für die ganze Affäre verantwortlich ist.