Spätestens seit dem Irak-Krieg wissen alle, die es nicht vergessen haben, dass Berichte über Massenvernichtungswaffen immer so manipuliert werden können, damit es zum Krieg reicht. Auch im neuesten IAEA-Bericht werden „Hinweise auf Indizien“ auf ein mögliches Nuklearprogramm als Motiv zum Kriegstreiben ausgelegt. Ausgerechnet von jenen, die mit ihren nuklearen Waffen und Bomben die Welt radioaktiv verseuchen.
Es ist paradox: Während Obama mit dem Kriegszeigefinger auf den Iran zeigt und vor dem Unglück warnt, das Atom-Iran der Welt antun könnte, tut dies die US-Army just in diesem Moment. Grade in diesem Moment wird in einem der vielen imperialistischen Ölkriegen der USA und ihren Verbündeten nukleare Bomben und Munition gezündet. Wie bekannt, aber gerne totgeschwiegen, sind heute weite Teile im Irak x-fach höher radioaktiv verseucht als Tschernobyl.
Auch die Briten, die Franzosen und neuerdings auch die Deutschen nehmen den IAEA-Bericht zum Anlass, sich in einen erneuten Ölkrieg zu stürzen – mit dem Vorwand der iranischen Bedrohung. Natürlich geht es gar nicht um das iranische Atomprogramm. Denn anders als bei den Franzosen, Briten, Deutschen und Amerikanern ist der Iran offiziell in keinen Krieg verwickelt, also kann man davon ausgehen, dass das Atomprogramm tatsächlich friedlich genutzt wird. Ausserdem wäre der Iran nicht gut beraten, bei Westwind Atombomben auf Israel abzufeuern, wenn sie nicht den ganzen Fallout über dem eigenen Land haben wollen. Auf Sardinien wird schon mal kräftig für einen Krieg gegen den Iran geübt. Und zwar trainieren dort in diesen Tagen deutsche F-16 und Tornado-Piloten zusammen mit der NATO-Truppen und der israelischen Air Force. Ein Krieg steht also unmittelbar bevor. Gesucht wird jetzt nur noch ein Kriegsgrund. Ob der IAEA-Bericht reicht?