Ein schwarzer Tag für die Kunstwelt: Am 22. Februar 1987 starb völlig überraschend Andy Warhol an den Folgen einer Gallenblasenoperation. Sein Vermögen wurde am Ende auf über 100 Millionen Dollar geschätzt. Nicht schlecht, für einen Schaufensterdekorateur.
Die Tschechoslowakei war schon immer berühmt für seine kreativen Maler und Zeichner. Doch einer sollte alle überflügeln: Andrej Warhola. Geboren im Jahr 1928, arbeitete sein Vater im Kohlebergbau, bevor er 1942 verstarb. Deshalb ist Andy Warhol zum Grossteil bei seiner Mutter aufgewachsen. Der junge Mann stellte früh seine Liebe zu den Bildern und zur Malerei fest. Als erstes stürzte er sich allerdings in seine Ausbildung als Schaufensterdekorateur. Von 1945 – 1949 studierte Andy Warhol am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh. Als er sein Studium abgeschlossen hatte, arbeitete er kurze Zeit als Werbefigur für einen Schuhhersteller in New York. Zu dieser Zeit kam es auch zur Namensänderung von Andrej Warhola in Andy Warhol.
Das bedeutendste Jahr seiner Karriere war das Jahr 1952, da er in diesem Jahr seine erste eigene Einzelausstellung in New York hatte. In diesem und auch den darauf folgenden Jahren hatte er auch noch Bühnenbilder entworfen. Zudem veränderte sich seine Haarfarbe, was dann auch zu seinem Markenzeichen wurde. Er bekam viele Auszeichnungen, unter anderem auch einen Preis für Schaufenstergestaltung. 1961 ist er auf den Zug aufgesprungen und malte auch alltägliche Objekte im Stil eines Comic Zeichners. Aber auch das Siebdruckverfahren 1962 wurde von Andy Warhol angewandt. Zu dieser Zeit entwickelte sich sein Name zu einem der grössten in der Kunstbranche.
1963 gründete er eine Gruppe für Künstler und Intellektuelle mit dem Namen „Factory“ in New York, eine einzigartige Gemeinschaft aus Arbeits- und Lebensstätte für Künstler und Intellektuelle. Ab diesem Zeitpunkt hörte Andy Warhol auf selbst zu malen. Die Produktion der Siebdruckbilder übernahmen neben Mitarbeitern auch Freunde. Dabei wurden nicht nur industriell angefertigte Konsumgüter dargestellt, sondern auch Serien von Katastrophen und Unglücke.
Bereits 1962 entstand das erste Bild als Reproduktion von Zeitungsausschnitten über Flugzeugabstürze und Autounfälle. So wurde ein kleiner Zeitungsartikel über ein Flugzeugabsturz auf eine Höhe von zweieinhalb Metern vergrössert.
Auch seine Filme stellten alltägliche Vorgänge im Alltag dar, wie zum Beispiel das Küssen oder das Haarschneiden. Er entwickelte seine Filme bis zu kurios-grotesken Werken, in denen beispielsweise ein Mann über sechs Stunden beim Schlafen filmisch festgehalten wurde.
1966 gründete Warhol die Rockgruppe „Velvet Underground“. Der vielseitige Künstler produzierte in seiner „Factory“ Multimediashows. In den 80er-Jahren arbeitete Warhol mit befreundeten Künstlern, wie Keith Haring oder Jean-Michel Basquiat zusammen. In dieser Phase entstanden einige gemeinsame Gemälde; jeder Künstler arbeitete hierbei in seiner eigenen Technik und kombinierte sie auf einer Leinwand.
Andy Warhol starb am 22. Februar 1987 an den Folgen einer Gallenblasenoperation in einer New Yorker Klinik. Was bei diesem Routineeingriff schief gelaufen ist, weiss bis heute niemand.